20 Dez, 2016

Von der Angst seine Träume zu realisieren

Angst-Traueme-realisieren
20 Dez, 2016

 

Ziemlich genau 2 Wochen ist meine große Reise nach Marokko hin. Es ist definitiv nicht meine erste große Reise und auch keine Reise in das bisher weit entfernteste Land. Aber es ist eine Reise, die für weitaus mehr steht, als meine bisherigen Reisen. Denn sie steht für das, worauf ich schon seit etwas mehr als einem Jahr hinarbeite: Mein Traum, das Arbeiten mit dem Reisen zu verbinden und ortsunabhängig als digitale Nomadin arbeiten zu können.

Und es ist eigenartig, denn so zielstrebig ich auf dieses Ziel hingearbeitet habe, bisher war bei mir selten Angst zu verspüren. Als ich vor etwas mehr als einem Jahr meine Ausbildungsstelle kündigte, ließ die Angst sich nicht blicken. Der Schmerz war so groß, dass ich genau wusste, dass es keinen anderen Weg gab als zu kündigen und mich selbstständig zu machen. Ich wollte mich nicht weiter ausnutzen lassen, arbeiten wie eine Festangestellte, zum Teil 60 Stunden die Woche und dabei aber mit monatlich 300€ vergütet werden. Ich wollte mir außerdem nicht den Spaß an meiner Leidenschaft, der Videographie, nehmen lassen, denn auf genau dieses Szenario steuerte ich schnurstracks zu.

Auch als ich meine ersten Aufträge als Freelancerin hatte, kam die Angst nicht zum Vorschein, wenn auch die Nervosität bis heute anhält wenn bei mir ein Dreh ansteht.

Und nun, kurz bevor ich das Ziel, was ich mir vor einem Jahr gesetzt habe, erreiche, ist sie da. Ganz unterschwellig und beharrlich. Kurz vor der Reise, für deren Dauer ich nun regelmäßige Remote Jobs an Land gezogen habe, ist sie erschienen: Die Angst auf die Schnauze zu fallen.

Und vielleicht kennst du das. Erst kriecht sie langsam in dein Unterbewusstsein. Du wirst gehemmt in allem, was du tust, du bist verunsichert und du weißt zunächst noch nicht mal genau warum. Vielleicht bringt sie dich sogar dazu, morgens nicht aufstehen zu wollen aus Mangel an Motivation und Optimismus.

Vielleicht ist es die Realisierung, dass es nun kein Zurück mehr gibt und entweder alles wie geplant funktioniert oder ich komplett auf die Schnauze falle. Denn das Verrückte ist ja, dass sich die Angst gar nicht wirklich rational erklären lässt, sie entspricht nicht dem, was ich denke, sie ist einfach nur da. Und sie hat, wie ich gemerkt habe, oft tiefer sitzende Auslöser, auf deren wahren Grund es gar nicht so einfach ist zu kommen.

 

Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.
– Ingmar Bergmann

 

Nach vielem „Me-Time“ und einem stetigen Auseinandersetzen mit mir Selbst, bin ich nun an einen Punkt gelangt, an dem ich weiß, dass selbst wenn alles nicht so laufen sollte, wie ich es mir vorstelle: Das „Schlimmste” was passieren kann, ist dass ich wieder in einem Festangestelltenverhältnis lande- und das ist für den Großteil der Menschheit ein absoluter Luxus. Nun freue ich mich also wie Bolle auf das, was mich erwartet und teile nun einige Tipps mit dir, die mir persönlich wirklich geholfen haben.

 

Was tun gegen die Angst

Was mir bisher persönlich sehr geholfen hat sind folgende Dinge:

 

Sich mit der Angst auseinandersetzen

Der allererste Schritt ist sich mit der Angst auseinanderzusetzen, sie zu lokalisieren. Wo genau lauert sie im Körper? Wie äußert sie sich? Wann und wie verspüre ich die Angst? Schreibe am Besten all diese Dinge auf. Beschreibe die Angst: In welcher Art und Weise verspürst du sie und in welchen Situationen?

Tipp: Horche doch mal früh morgens direkt nach dem Aufstehen in dich hinein. Welche Gedanken schießen dir als Erstes durch den Kopf? Wovon hast du vielleicht geträumt und welches Gefühl lauert in dir? Dieses morgendliche Gefühl und diese Gedanken sagen zumindest bei mir schon unheimlich viel aus über das, was in meinem Unterbewusstsein vor sich geht- man muss sie nur mal wahrnehmen. Vor Allem aber auch durch Meditation lernst du am Allerbesten in dich hineinzuhorchen.

 

Die Angst verstehen

Diesen Schritt fand ich persönlich sehr schwierig. Denn hier gilt es herauszufinden, wo die Angst eigentlich herkommt und oft sitzt die Angst wesentlich tiefer als man vielleicht dachte. Als ich mir überlegt habe, wann ich dieses Angst- oder Unsicherheitsgefühl die ersten Male verspürt habe, kam doch so einiges an Erinnerungen und Emotionen hoch. Und das ist auch sehr wichtig, wie ich glaube, um sich selbst und seine Ängste ein ganzes Stück besser zu verstehen.

 

Breaking it down

Nein, Ängste sind in den wenigsten Fällen wirklich rational erklärbar, aber du kannst konkrete Schritte vornehmen, um dir zu mehr innerer Sicherheit zu verhelfen. In meinem Fall habe ich mir überlegt, welche genauen Befürchtungen ich hinsichtlich meines Traumes habe: Was, wenn ich vor Ort kein WLAN finde? Was, wenn ich krank werde und nicht arbeiten kann? Allein schon meine eine große Angst (in diesem Falle allgemein zu versagen) herunterzubrechen auf kleinere Fragen hat mir dazu verholfen, Lösungsansätze für diese Fragen zu finden. Denn dann kannst du dir genaue Schritte überlegen, wie du vorgehen kannst, um diese Eventualitäten zu vermeiden- und gibst dir selbst ein Gefühl von Sicherheit.

 

Sich mit der Angst anfreunden

Meist sehen wir die Angst als etwas Schlechtes oder Böses an. Was ich aber gelernt habe, ist das die Angst auch etwas Gutes und Nützliches sein kann, denn sie beschützt uns zum Teil vor Dingen oder Menschen, die uns vielleicht Schaden zufügen wollen. In ihr sollten wir das Positive sehen, nämlich dass wir durch sie gegebenenfalls bestimmte Situationen gemieden haben.

 

Die Angst gehen lassen

Der letzte Schritt ist dann die Angst loszulassen, der schwierigste Schritt, meiner Meinung nach. Am Besten funktioniert das durch Mediation und Visualisierung. Hierbei stellt man sich, kurz und vereinfacht gesagt, die Angst körperlich vor, lässt sie dann gehen und ersetzt sie durch etwas anderes, etwas Bestärkendes. Hier kann ich eine Meditation von Laura Seiler vom Podcast „Happy, Holy and Confident“ empfehlen, die mir wirklich sehr geholfen hat.

 

Krone richten und weitergehen

Ich bin mir sicher, dass die Angst nie komplett verschwindet, aber das ist, wie ich glaube, auch nicht Sinn und Zweck der Sache, denn Angst kann immer auch wertvoll für uns sein. Um uns selbst kennenzulernen und zu verstehen, und um uns vor bestimmten Dingen zu schützen. Und irgendwie ist Angst doch auch manchmal was Schönes: Denn Angst ist oft nur ein Zeichen dafür, dass etwas ganz Großes bevorsteht. Und dann heißt es einfach Augen auf und durch.
Hast du schon mit ähnlichen Ängsten gehadert? Wie bist du mit der Angst umgegangen? Wie hat sich diese Angst bemerkbar gemacht?

 

 

3 Comments:

  • Katharina Dezember 20, 2016

    Du hast ja selbst schon gesagt, was das schlimmste wäre, was passieren kann. Die Welt würde nicht untergehen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht nötig sein wird, wieder eine Festanstellung einzugehen. Es gibt so viele Wege und Möglichkeiten für uns Freiberufler Geld zu verdienen und es tun sich immer wieder neue auf, wenn man etwas kreativ ist. Und das bist du ja :). Unser Workation Projekt habe ich übrigens auch noch nicht vergessen, nur etwas vertagt, weil gerade so viel anstand…you will make it. I am more than sure!

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    • Denise Dezember 21, 2016

      Danke dir, meine Liebe! Du hast absolut recht, aber das ist es ja, dass diese Ängste so irrational sind. Es scheint ein Instinkt von uns zu sein vor der Unsicherheit dieser Dinge zurückzuschrecken. Aber ich freue mich trotzdem in jedem Fall auf die Reise. Und auf unser Projekt bin ich auch schon seeehr gespannt 🙂

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