10 Jan, 2016

Das Land der tausend Farben: Backpacking in Mexiko, Teil I

10 Jan, 2016

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Warst du jemals an einem Ort, der so anders war, als alles was du jemals gesehen hattest, dass du das Gefühl hattest, du seist in einem völlig anderen Universum?

Für mich war dieser Ort Mexiko.

Die Schönheit, die Vielfalt und kulturelle Einzigartigkeit dieses Landes eroberte mein Herz im Sturm.

Dies ist der erste Post einer 3-teiligen Serie zum Thema Mexiko. Ich werde dir einige allgemeine Infos zu Mexiko geben, dir sagen, was du beim Rumreisen beachten solltest und dir einige Stories und Anekdoten von meinem Backpacking-Trip mit auf den Weg geben.

 

Viel Spaß dabei!

 

Reisen in Mexiko

 

 

Teil I: Wie Mexiko mein Herz eroberte.

Mexiko.

Schon lange wollte ich dieses wunderbare Land bereisen.

Dieses Jahr habe ich meinen Wunsch in Erfüllung gehen lassen.

 

Als ich vor einigen Monaten beschloss nach Mexiko zu reisen und die Flüge gebucht hatte, waren die Proteste zum Teil laut. Besonders Teile meiner Familie warnten mich davor, allein dort hin zu reisen.

 

“Bist du des Wahnsinns allein nach Mexiko zu reisen?

Hast du eine Ahnung, wie gefährlich es dort ist?

Schaust du denn keine Nachrichten?

Weißt du, was dort alles passieren kann?”

 

An dieser Stelle gebe ich zu: Klar, ich hatte meine Bedenken. Und natürlich war mir auch klar, dass nicht jede Ecke von Mexiko ungefährlich ist. Es gibt zum Teil sogar sehr gefährliche Ecken, in die nicht mal die Einheimischen reisen!

Allerdings weiß ich auch, dass gerade in den Medien sehr häufig sehr stark übertrieben wird.

Denn, wie ich schon auf früheren Reisen gelernt habe:

Unsere Welt ist längst nicht so schlimm, wie sie häufig dargestellt wird.

 

Natürlich konnte ich auch die Sorgen meiner Familie und Freunde verstehen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass wenn man mit einem klaren und gesunden Menschenverstand reist, sich an den Locals orientiert und sich informiert, in welchen Gebieten man sich sicher aufhalten kann, dann fährt man schon ganz gut.

 

Also, Rucksack gepackt und Tschüsschen gesagt.

 

So habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Was ich dann so einpacke und was für Equipment ich mit mir rumtrage, erzähle ich euch hier.

 

Monte Alban bei Oaxaca, Mexiko

 

 

Fakt ist, es leben knapp 120 Millionen Menschen in Mexiko, davon allein 9 Millionen in Mexiko City (mehr als 20 Millionen, wenn man die Randbezirke mit einbezieht).

Knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Vor Allem in ländlichen Gebieten leben die Menschen teils in extremer Armut. Diese Menschen machen fast 10% der Bevölkerung aus.

Das Einkommen pro Kopf liegt im Schnitt bei etwa 10.000 $ im Jahr, dabei werden allerdings die reichsten 20% der Bevölkerung eingerechnet, die wiederum im Schnitt 13 Mal mehr verdienen als die untersten 20%.

 

Wie man allein an diesen Zahlen schon erkennt: Mexiko hat mit einigen, schweren Problemen zu kämpfen.

Was diese Fakten allerdings nicht zum Ausdruck bringen können:

Wie unbeschreiblich schön Mexiko ist. Wie liebenswert und lebensfroh dessen Einwohner und wie geschichtsträchtig und vielfältig dieses Land ist.

Leider war ich nicht sehr lange in diesem wunderbaren Land, dafür habe ich aber unheimlich viel erlebt und ich weiß, dass ich nicht das letzte Mal in Mexiko gewesen bin!

 

Hier die Dinge, die mich in Mexiko am Meisten beeindruckt haben:

 

#1     Die Religiösität und Hingabe

Ich selbst bin nicht religiös. Wie hingebungsvoll und unterwürfig die Mexikaner sich jedoch ihrem Gott gegenüber zeigen, hat mich schwer beeindruckt.

Wir sahen, wie die Menschen nach Mexiko City pilgerten. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto, zu Pferd, im Rollstuhl oder mit Kinderwagen. Wir sahen Pilger zu Fahrrad, die mit großen Maria-Statuen auf den Rücken gebunden am Rand der Autobahn entlangradelten. Ganze Karavane von Gläubigen mit liebevoll geschmückten und mit Menschen beladenen Transportern. Ganze Familien, die zu Fuß, ihre Kinder auf dem Arm tragend, zum heiligen Grab der Santa Maria de Guadalupe pilgerten.

Nicht nur das war beeindruckend. Auch die Art, mit der die Menschen beteten und zu Gott sangen, war sehr bewegend. An meinem ersten Tag, nachdem ich in Cancun angekommen war, sah ich eine Kirche, die sehr einfach gehalten war- es hätte ein normales Haus sein können- und die Menschen standen bei offenen Kirchtüren bis an die Straße. Sie sangen und beteten, im Stehen, im Sitzen und zum Teil sogar auf Knien.

Vergleich das mal mit unseren Gottesdiensten in der katholischen Kirche!

 

Kinder in Zipolite, Mexiko

 

 

#2     Die Lebensfreude trotz teils schwerer Armut

In vielen Teilen Mexikos, gerade auf dem Land oder in den Vororten von Mexiko City waren die Lebensumstände der Bewohner für uns ziemlich bedrückend. Gerade wenn man aus Europa stammt und hauptsächlich in Europa gereist ist, kann man sich schwer vorstellen, wie gravierend Armut wirklich sein kann.

Viele Menschen in Mexiko leben in einfachsten Verhältnissen- und trotzdem strahlen sie eine solche Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit aus, dass ich mich immer mal fragen musste: Und wir in Deutschland beschweren uns und blasen Trübsal? Kann doch irgendwie nicht sein.

Für mich eine Bestätigung der These, dass man nicht viel braucht um glücklich zu sein!

 

#3     Weiße Sandstrände und türkises Wasser gibt es wirklich!

Strahlend blauer Himmel, Sonne, türkises Wasser, Hängematte, schier endlos scheinender, weißer Sandstrand, Cocktail in der Hand..

Gut, das mögen einige von euch vielleicht schon wissen und mit eigenen Augen gesehen haben. Ich allerdings kannte diese Szenerie offen gestanden bis dato nur von Postkarten.

In Mexiko gibt es dieses Paradies. Zwar muss man schauen, dass man dabei die Massen an amerikanischen Touristen weitestgehend meidet, aber wenn man dann diesen einsamen Strand gefunden hat (“einsam” ist natürlich relativ, aber weit genug entfernt von Hotelmeilen und Massentourismus).. möchte man kaum wieder weg.

 

Weiße Sandstrände auf der Isla Mujeres, Mexiko

 

#4      Die Gegenwart von Polizei und Militär

Stell dir vor, du kommst an einen Ort, an dem du überall schwer bewaffnete Soldaten und Polizisten vorfindest. Ob in Pick-Up Trucks oder mitten in der Stadt, scheinbar sind sie bereit jederzeit zu schießen.

Vielleicht hast du eine solche Situation schon mal erlebt. Ich für meinen Teil fand diese Präsenz von Polizei und Militär ziemlich unangenehm. Nicht dass ich Angst gehabt hätte, aber ich fragte mich: “Soll bloß der Eindruck entstehen, dass die mexikanische Polizei auf alles gefasst ist oder besteht hier wirklich Gefahr?”

Ich habe mich für ersteres entschieden und beschlossen, mich davon nicht bedroht fühlen zu lassen. Dieser Anblick bot sich uns auch nur in wenigen Orten und erlebt man nicht überall.

 

Was mir sonst so bei Begegnungen mit der Polizei passiert ist, erzähle ich in den nächsten Teilen dieser Post-Serie. 😉

 

#5     Das Essen ist so wahnsinnig günstig und lecker..

Ich liebe das mexikanische Essen.. Allerdings solltest du ein bisschen aufpassen, wenn du vor Ort isst.

Das hat mich meine Reise gelehrt, nachdem ich mit EHEC wieder nach Deutschland kam.

Ja.. das war irgendwie unlustig.

Ich hatte vor meiner Reise gelesen und gehört, dass man gerade als Europäer aufpassen sollte. Ich habe die Gefahr dann wohl ein bisschen unterschätzt (ich habe buchstäblich alles gegessen, darunter auch gegrillte Heuschrecken) und habe alles gegessen, was auch meine Freunde aus Mexiko verspeist haben.

Schlechte Idee. 😉

Mach dir da keinen Stress oder zu viele Gedanken. Was du nur beachten solltest: Iss nicht an jedem beliebigen Tacostand, der dir so begegnet, vor Allem wenn es heiß draußen ist, (Frage dich: Wie hygienisch sieht der Stand aus? Wird das Fleisch kühl gehalten?) und versuche das Leitungswasser weitestgehend zu meiden. (Auch beim Waschen von Gemüse oder bei Getränken mit Eiswürfeln.)

Wenn du hier ein wenig drauf achtest, fährst du schon sehr sicher. Lass dir deswegen nicht das geile, mexikanische Essen entgehen!

 

#6    Die vielen, vielen Farben überall

In Mexiko läufst du die Straße entlang, die Häuser sind alle bemalt in bunten Farben- gelb, blau, pink, grün.. Wenn du einen mexikanischen Markt besuchst, wirst von den Farben von handgemachtem Schmuck, duftenden Gewürzen und Kräutern und einer Vielfalt an Obst und Gemüse angestrahlt.

Und es sind nicht nur die Farben, die für unser Auge sichtbar sind. Es ist vor Allem auch die Buntheit der Menschen, der Fiestas und der allgemeinen Lebenseinstellung, die einen mitreißt.

Wenn ich über Mexiko nachdenke, sind es diese Sachen, die ich mir sofort bildhaft vorstelle und einer der Gründe, warum du auch unbedingt mal hin solltest!

 

Farben in Mexiko

In den nächsten beiden Teilen dieser Blogserie werde ich eingehen auf..
  • ..die Sorgen und Probleme Mexikos und wie sich das so bemerkbar macht.
  • ..worauf du beim Backpacking in Mexiko achten solltest, was du mitnehmen solltest und so weiter.

Warst du schon mal in Mexiko? Gab es weitere Dinge, die dich beeindruckt/ verwirrt/ begeistert haben? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

 

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