02 Jul, 2018

Bewusst und individuell reisen: Wie du außergewöhnliche Erfahrungen auf Reisen sammeln kannst

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02 Jul, 2018

Über die letzten Jahre habe ich viele verschiedene Arten und Weisen des Reisens ausprobiert. Es ging von den ersten Campingurlauben hin zu den klassischen Backpackingtrips inklusive Hostel-Hopping, zu mehrmonatigen Aufenthalten in einem Land, bis hin zu den heutigen Reisen im Van, bei denen ich die pure Freiheit des Unterwegsseins und dem ständigen Leben unter freiem Himmel in vollen Zügen genieße. Im Prinzip ist es egal, auf welche Art und Weise du reist, in der Vergangenheit gereist bist oder in Zukunft reisen wirst- beim wirklichen, tiefen Reisen geht es in erster Linie darum, ganz individuelle und tiefgreifende Erfahrungen zu sammeln. Bewusst und individuell reisen bedeutet, voll und ganz in eine neue Kultur einzutauchen, dich neuen Erfahrungen hinzugeben und vor allem selbst mithilfe dieser Erfahrungen zu wachsen und zu lernen, über diese Welt, aber vor allem auch über dich selbst.

Ich möchte dir in diesem Beitrag einige Tipps mit an die Hand geben, wie du ganz bewusst und individuell reisen kannst, um möglichst außergewöhnliche Erfahrungen zu sammeln auf deinen Reisen und um im Zuge dessen auch persönlich zu wachsen. Denn was hast du davon, wenn du in ein Land reist, nur um die typischen Sehenswürdigkeiten abzuklappern, ein Selfie vor ihnen zu machen und dann mit Fotos dieser besagten Orte heimzukehren, ohne eine persönliche Geschichte dazu mitzunehmen? Das tiefe reisen kann dir neue Welten eröffnen, dir wertvolle, unvergessliche Erfahrungen schenken und dich mit neuen Begegnungen mit lebensverändernden Menschen und Orten bereichern.

 

Bewusst und individuell reisen: Wie du außergewöhnliche Erfahrungen auf Reisen sammeln kannst

 

Langsam reisen

Wenn du beispielsweise schon mal backpacken gewesen bist, kennst du bestimmt diejenigen Traveller, die in 30 Tagen 25 Länder besucht haben und darauf auch mächtig stolz sind. Meine Rückfragen sind dann: „Und, was hast du dabei für dich mitgenommen und was kannst du so von dem Land erzählen?“ Natürlich ist es jedermanns Sache, wie er reist, doch für mich persönlich wäre diese Art zu reisen nichts. Je mehr ich erfahren möchte und je mehr ich in die Tiefe eines Landes eintauchen will, desto langsamer reise ich. Auch Flugreisen sind immer weniger meine Welt, weil ich gern miterlebe, wie ich von A nach B gelange.

Meiner Erfahrung nach, ist es umso anstrengender und stressiger, je weiter ich mit dem Flugzeug reise und je andersartiger die Welt, in der ich dann lande, ist. Vielleicht kennst du das aus eigener Erfahrung: Nämlich dass der Geist und die Seele etwas länger brauchen, um anzukommen, als der Körper. Und genau so ist es. Manchmal ist es also wertvoll, nicht ganz so weit zu reisen und stattdessen mit dem Zug, dem Bus, dem Auto oder Camper (oder auch dem Fahrrad) zu verreisen, oder beispielsweise nur eine Flugreise auf sich zu nehmen und dann auf dem jeweiligen Kontinent dafür nicht ständig von A nach B und C zu fliegen.

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Ob mit dem Zug, dem Auto oder Camper, dem Bus oder dem Fahrrad: Langsam zu reisen bedeutet, der Seele Zeit zu geben, dem Körper hinterherzukommen.

 

Du musst nicht weit reisen, um tolle Erlebnisse zu sammeln

Wie schon im ersten Punkt angedeutet, musst du nicht an das andere Ende der Welt, um einzigartige Reiseerfahrungen zu sammeln und tolle Menschen kennenzulernen. Gerade Europa hat unglaublich viel zu bieten und selbst, wenn du nicht viel Geld zum Reisen hast (was natürlich auch eine Sache der Priorität ist), kannst du wunderbar die Länder, die an Deutschland angrenzen, besuchen. Meine schönsten Reisen sind häufig diejenigen gewesen, die eben nicht in weit entfernte Länder gingen, sondern in Länder, die innerhalb Europas liegen. Meine letzte Reise nach Polen, Tschechien und die Slowakei beispielsweise, war eine der eindrucksvollsten und schönsten Reisen meines Lebens- und dass die Kosten ziemlich gering waren und sehr wenig Tourismus herrschte, war nur die Kirsche oben drauf. Begib dich also auch mal auf ganz neues Terrain, anstatt die typischen Reiseziele abzuklappern- es lohnt sich!

 

Sich von den Füßen leiten lassen

Es ist erstaunlich, wie viel mehr du entdecken und erleben kannst, wenn du zu Fuß unterwegs bist. Damit meine ich nicht, dass du zu deinem nächsten Reiseziel pilgern sollst (auch wenn das mit Sicherheit auch eine sehr intensive Erfahrung wäre), sondern dass du, gerade in einer neuen Stadt, einfach mal zu Fuß drauflos laufen solltest. Dabei kannst du oft die interessantesten, entlegensten Gegenden entdecken und ich bin auch der Meinung, dass man sich in einem neuen Ort, auch einfach mal verlaufen sollte– so kommst du nicht nur beim Fragen nach dem Weg mit Einheimischen in Kontakt, sondern entdeckst auch noch Ecken, die du vermutlich sonst nie zu Gesicht bekommen hättest.

Auch das Wandern und Entdecken der Natur eines Landes zu Fuß, kann ich von Herzen empfehlen. Es macht einfach einen riesigen Unterschied, ob du beispielsweise mit dem Auto zu einem tollen Aussichtspunkt oder einem besonderen Naturwunder hinfährst oder dich zu Fuß auf den Weg machst, denn wie wir ja wissen, ist der Weg das Ziel.

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Auch einfach mal ein neues Land zu Fuß erkunden- ob in einer neuen Stadt oder mitten in der prächtigen Natur.

 

Kultur schnuppern

Anknüpfend an den vorherigen Punkt, empfiehlt es sich, nicht das typische Sightseeing zu machen, sondern vor allem auch die Gegenden zu erkunden, in denen die Locals leben. Für mich bedeutet das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten immer eher Stress- es gibt oft lange Schlangen, man zahlt Eintritt, nur um mal einen Blick in eine Kirche oder sonstige Bauten zu erhaschen und ich komme so gut wie gar nicht in Kontakt mit Einheimischen und dem „echten“ Leben vor Ort. Natürlich schaue ich mir diese Dinge auch manchmal an, doch die erinnerungswürdigsten Eindrücke nehme ich vorwiegend aus den weniger touristischen Ecken eines Ortes mit.

Das sind dann häufig kleine, versteckte Läden, die interessante Dinge zum Verkauf anbieten oder in denen man beim Gespräch mit dem Verkäufer mehr über die Gegend erfährt, der Sonntagsmarkt, auf dem die Locals ihrem Alltag nachgehen, die Bars in den Arbeitsvierteln oder die fantastischen, kleinen Restaurants, die vollbepackt sind mit Einheimischen, die das günstige Mittagsgericht verspeisen. Für besondere, kulinarische Erfahrungen, empfehle ich übrigens genau solche Läden- das sind meist diejenigen mit dem besten, einheimischen Essen- halte also danach unbedingt Ausschau und begib dich dort hinein, anstatt in eines der Restaurants an der nächsten Tourimeile.

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Dieses urige, kleine Restaurant im Süden Polens entdeckten wir im Prinzip nur, weil wir uns verfahren hatten. Hier zu essen, war ein einzigartiges Erlebnis und das Essen war der absolute Wahnsinn!

 

Die Reiseplanung

Bewusst und individuell reisen- was bedeutet das in Bezug auf die Reiseplanung? Nutzt man einen Reiseführer oder reist man einfach drauflos? Das ist natürlich Typsache, aber ich persönlich kaufe mittlerweile in der Regel keine Reiseführer mehr, da ich sie meist sowieso nicht mitnehme auf Reisen. Im Internet finden sich etliche Blogposts mit Highlights zu verschiedenen Ländern, Städten und Nationalparks- oft mit einer ausführlicheren Beschreibung, als man sie in einem Reiseführer findet, häufig mit hilfreichen Links und persönlichen Erfahrungen versehen.

Vor einer Reise schaue ich mir gern den einen oder anderen Blogpost an, um eine Idee davon zu bekommen, welche Gegenden mich reizen könnten und wo ich unbedingt hin möchte (Pinterest ist dazu übrigens ein super Tool, um auf solche Blogposts zu gelangen!). Diese „Points of Interest“ trage ich dann in meinem Smartphone auf Google Maps ein- so bekomme ich eine ganz gute Idee davon, wie meine Reiseroute in etwa aussehen könnte. Diese kann ich dann flexibel anpassen, je nachdem, wo es mir gefällt und wo ich mich gegebenenfalls länger aufhalten möchte. Unterwegs versuche ich außerdem mit Einheimischen zu sprechen, um mir ihre Lieblingsausflugsziele mitteilen zu lassen oder kontaktiere Menschen, die ich kenne, die aus dem jeweiligen Land stammen. Verlasse dich bei Länderinfos übrigens immer eher auf Locals, als auf Menschen, die vielleicht ein Mal im Land waren oder gar noch nie!

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Diesen magischen, kleinen Ort im Norden der Slowakei entdeckten wir mithilfe eines Blogposts über die Region.

 

Sich über das Land informieren

Mir persönlich ist es sehr wichtig, mich über das Land, in dem ich mich befinde, zu informieren. Ich finde es immer unglaublich spannend, über die Geschichte, die Kultur, die Herkunft der Sprache, die Küche und generell über Land und Leute zu lernen. Hierzu schaue ich manchmal im Voraus schon die eine oder andere Doku auf Youtube (vor allem die von „arte“ sind immer super!) und lerne aber gern auch vor Ort, entweder von den Menschen, die ich antreffe oder durch Orte, die ich besuche, oder zum Beispiel ganz klassisch über Wikipedia und sonstige Artikel aus dem Netz. Ich liebe es, vor Ort diese Verknüpfungen zu schaffen zwischen dem, was ich lese und lerne und dem, was ich vor Ort erlebe und habe so wirklich das Gefühl, das Land und seine Leute besser zu verstehen. Im Voraus empfiehlt sich übrigens natürlich, sich über allgemeine Gesetze, Einreisebestimmungen, die gesprochene Sprache usw. zu informieren, damit du vor Ort keinen Ärger bekommst oder in sonstige Fettnäpfchen trittst.

 

Grundwortschatz lernen

Unbedingt empfehlenswert ist es, sich die einfachsten und gängigsten Ausdrücke in der jeweiligen Landessprache anzueignen. Auch wenn du in ein Land reist, in dem Englisch (oder auch Deutsch) gesprochen wird, begegnest du Einheimischen auf eine ganz andere Art, wenn du dich darum bemühst, ihre Sprache zu sprechen. Zwar kommst du natürlich mit den gängigsten Begriffen wie „Hallo“, „Guten Tag“, „Entschuldigung“ usw. de facto nicht weit, doch es ist in erster Linie die Geste, die zählt. Oft bekommst du für deine Bemühungen ein breites Lächeln und die Leute freuen sich sehr, wenn du versuchst, in ihre Kultur einzutauchen, anstatt einfach nur auf Englisch in allen Lebenslagen zu beharren. Ich kann vor allem die Webseite „weltreisewortschatz.de“* empfehlen, da du hier sogar Audiodateien mit den wichtigsten Vokabeln herunterladen und dir jederzeit anhören kannst.

 

In die Tiefe gehen

Auch wenn wir gern die positivsten Erfahrungen von unserer Reise mitnehmen würden und uns lieber gar nicht mit traurigen Ereignissen oder betrübenden Kapiteln unserer Menschheitsgeschichte beschäftigen möchten, finde ich es persönlich wichtig, auch in diese Teile unserer Geschichte und/oder der Geschichte unseres Reiselandes mal einzutauchen. Auch wenn das Erlebnis ziemlich betrübend war, ist mein Besuch im Konzentrationslager „Auschwitz” in Polen eine der wichtigsten und eindrucksvollsten Erfahrungen gewesen, die ich jemals auf einer Reise mitnehmen konnte. Auch wenn man in der Schulzeit sehr viel über dieses Thema erfahren hat, kann man sich das Ausmaß dessen, was dort geschehen ist, erst wirklich vorstellen, wenn man eine Erfahrung wie diese gesammelt hat und auch wenn es im Moment nicht schön war, anzusehen, bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung. Nutze diese Gelegenheiten also, wenn sie sich dir anbieten und mache dir ein eigenes Bild von unserer Geschichte oder der Geschichte deines Reiselandes– nicht nur lernen wir aus diesen Erfahrungen, sondern können auch für uns persönlich sehr viel mitnehmen.

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Das Konzentrationslager “Auschwitz” zu besuchen, war eine sehr prägende und wichtige Erfahrung, auch wenn sie natürlich in jenen Momenten sehr betrübend war.

 

Die eigene Art zu reisen, finden

Das Wichtigste dennoch bei alledem ist, dass du selbst und für dich selbst herausfindet, welche Art zu reisen, am besten zu dir passt. Wobei gehst du am meisten auf? Bist du gern in sehr exotischen Ländern? Zieht es dich eher in die Natur oder in die Stadt? Bewegst du dich gern langsam von A nach B und schaust zu, wie die Welt an die vorüberzieht oder tauchst du lieber ganz plötzlich in eine neue Welt ein? Möchtest du überhaupt viel Tiefe in deine Reisen einbringen oder reicht dir der gelegentliche Strandurlaub im Hotel? Um das herauszufinden, kannst du nur eins tun: Ausprobieren! Und natürlich muss es auch nie bei einer Art zu reisen bleiben, sondern kann sich über die Zeit, so wie es bei mir der Fall ist, ändern!

 

Ich hoffe, dass dir der Beitrag gefallen hat und er dich ein wenig dazu inspirieren konnte, selbst mal bei dir zu schauen, was bewusst und individuell reisen für dich bedeutet und welcher Reisetyp du so bist. Und nun viel Spaß beim sammeln neuer, besonderer Reiseerfahrungen!

Was bedeutet bewusst und individuell reisen für dich? Was war deine außergewöhnlichste Reiseerfahrung? Erzähle mir in den Kommentaren davon oder schreibe mir gern jederzeit eine Mail an denise@travelousmind.com. Ich würde mich freuen! ♥️

 

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3 Comments:

  • Laura Juli 19, 2018

    Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich kann das alles so uneingeschränkt unterschreiben und lege allen Reisenden deine Tipps ans Herz!

    Reply

    • Denise Juli 24, 2018

      Danke, liebe Laura! Das freut mich doch <3

      Reply

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