12 Okt, 2016

Connecte dich: Warum eine Community so wichtig ist

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12 Okt, 2016

Vielleicht kennst du das.. Es gibt immer wieder mal so Themen, ob schwerwiegend oder leicht, über die man sich gut und gern austauscht.. Zu denen man vielleicht Rat bräuchte oder zu denen man selbst gern anderen Menschen helfen würde. Oft aber fehlen genau diese Menschen in unserem direkten Umfeld. Zwar sind unsere Liebsten mit Sicherheit immer für uns da und wir können uns blind auf sie verlassen- trotzdem gibt es aber diese Situationen und Bereiche unseres Lebens, in denen auch sie uns einfach nicht weiterhelfen können.

Community: Warum sie so wichtig ist

Hier und da mögen wir uns vielleicht nicht so richtig zugehörig fühlen- das kennt man bestimmt, z.B. aus der Schulzeit, in bestimmten sozialen Gruppen, vielleicht auch auf der Arbeit. Oft sind das Zweckgemeinschaften oder Kreise, in denen wir uns die Menschen nicht oder nur teilweise aussuchen können, mit denen wir unsere Zeit verbringen. Was viele allerdings selbst im Erwachsenenalter nicht wahrnehmen, ist dass uns diese Wahl ja offen steht. Wir können uns aussuchen, mit wem wir unsere kostbare Zeit verbringen- und zwar haben wir im Grunde genommen die Auswahl aus knapp 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten statt nur den Kollegen aus dem Büro oder den Mädels aus dem Fitnessstudio.

Klar, wir müssen mit Sicherheit nicht ganz so weit suchen. Genau das ist aber das Schöne am Reisen beispielsweise: Wir lernen Menschen aus der ganzen Welt kennen und haben zu manchen von ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit einen viel stärkeren Draht als zu den meisten Menschen, mit denen wir großen Teil unserer Vergangenheit verbracht haben, bzw. große Teile unserer jetzigen Zeit verbringen.

Aber hier soll es weniger um Drähte gehen, sondern eher darum, was es bedeutet, sich mit einer Community (was auf gut deutsch einfach eine „Gemeinschaft“ oder ein Kreis von Gleichgesinnten ist) zu umgeben und warum genau das so wichtig ist.

Ich nenne dir mal ein paar Beispiele:
  • Als ich damals aufgrund meiner Erkrankung meine ersten Ängste durchlebte und mich fragte, wo mein Leben überhaupt hingehen sollte, hätte es mir vermutlich sehr geholfen, mich mit jemandem auszutauschen, der etwas ähnliches durchmacht. Denn, klar, meine Familie und engsten Freunde standen mir ausnahmslos zur Seite, aber so wirklich verstehen konnten sie meine Ängste einfach nicht- wie denn auch?
  • Als ich von meiner ersten großen Reise wieder nach Hause kam, war es für mich der Horror wieder hier zu sein und ich wollte so schnell wie möglich wieder „weg”. Eine klassische Post-Reisedepression. Ich hätte mir damals wirklich jemanden gewünscht, der verstand, weshalb es mir so schlecht ging, denn die Menschen in meiner Umgebung damals konnten natürlich nicht nachvollziehen, was ich alles auf meiner Reise erlebt hatte und wie es mich verändert und mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hatte. Und dass ich hier kaum noch still sitzen konnte, weil ich möglichst schnell wieder auf Reisen gehen wollte.
  • Als ich begann, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich das Reisen mit meiner Arbeit verbinden konnte, hätte ich vermutlich nie den Mut gefasst, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, hätte ich nicht die Inspiration bei anderen digitalen Nomaden gefunden. Durch ihre Blogs, den Austausch mit ihnen in Person oder durch Facebookgruppen und in der Digitale Nomaden-Community, wurde mir klar, dass ich nicht die Einzige bin, die diesen alternativen Weg gehen möchte und dass es auch andere da draußen gibt, die nicht dem klassischen 9 to 5-Leben nachgehen können und wollen.
  • Nachdem ich mich selbstständig gemacht habe, suchte ich nach einem Minijob, um mir wenigstens eine feste Einnahmequelle zu sichern. Fast hätte ich einen Job als Kellnerin in einem Pub bei mir in der Stadt angenommen, als ich eine Ausschreibung für einen Job als Host in einem Coworking Space in Düsseldorf fand. Der Kellnerjob hätte mir sicherlich um einiges mehr an Geld eingebracht, die Erfahrungen und Learnings, die ich allerdings beim Hostjob sammeln durfte und die inspirierenden Menschen, die ich hierdurch kennengelernt habe, waren weitaus wertvoller und bereichernder als alles Geld, was ich möglicherweise (mit einem wahrscheinlich eher nervigen Job, für den ich mit Sicherheit eh zu tollpatschig wäre) verdient hätte. Diese Erfahrungen haben mich in meiner unternehmerischen Selbstständigkeit unheimlich nach vorne gebracht.

Du siehst also, was ich mit einer Community meine. Hierbei ist es allerdings wichtig zu sagen, dass eine Community meine langjährigen Freundschaften und vor Allem meine Familie in keinster Weise ersetzt. Es ist auch unheimlich wichtig, ein Netz an Menschen zu haben, die vielleicht nicht genauso ticken wie du, die aber dennoch immer an deiner Seite stehen und dich für die Person akzeptieren und lieben, die du bist (trotz wahnwitziger Ideen und Lebensvorstellungen 😉 ). Eine Community zu haben heißt auch nicht, dass man keine Freunde haben kann, die anders sind als man selbst. Auch ich habe gute Freunde, die vollkommen anders sind als ich- und trotzdem sind unsere Freundschaften einzigartig, vielleicht gerade weil wir so verschieden sind.

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Gerade beim Reisen trifft man oft auf Gleichgesinnte: Selbst kurze Bekanntschaften können einen Rieseneindruck auf das eigene Leben hinterlassen.

 

Community: Alleine sind wir stark, gemeinsam aber noch stärker

Ja, ich würde mich aus dem Bauch heraus als Einzelkämpferin bezeichnen- nicht weil ich keine Menschen habe, die mich in dem unterstützen, was ich tue, sondern einfach weil ich gern meinen eigenen Weg gehe, gerne mal alleine bin und auch ganz gern allein arbeite (was nicht heißt, dass ich nicht auch gerne mal mit anderen Leuten arbeite). An sich nichts Schlimmes, nur leider vergesse ich dabei immer mal nach Hilfe zu fragen oder die angebotene Hilfe anzunehmen. Und das ist etwas, wie ich gelernt habe, dass einen auf lange Sicht gesehen, nicht weiterbringt. Also, solltest du dich auch als Einzelkämpfer bezeichnen: Es ist absolut OK Hilfe anzunehmen oder auch darum zu bitten.

Community: Wo du sie findest

Im Prinzip kannst du zu allem möglichen eine Community finden- du musst nur wissen, wonach du suchst 😉 Vor Allem auf Facebook findest du unheimlich viele Gruppen, in denen Menschen sich zu allen möglichen, spezifischen Themen austauschen. Aber dabei sollte es nicht bleiben- gerade der persönliche Face-to-Face Kontakt und Austausch mit Gleichgesinnten ist super wichtig. Möchtest du dich austauschen zu etwas bestimmtem? Google doch einfach mal, ob es Meet-Ups zum Thema in deiner Nähe gibt, nehme an Treffen teil, die durch Facebookgruppen organisiert werden. Schau, ob es in deiner Umgebung irgendwelche Veranstaltungen gibt, auf denen du Gleichgesinnte treffen könntest. Aber vor Allem auf Reisen habe ich bisher viele Gleichgesinnte getroffen, die mich auch oft inspiriert und geholfen haben.

Community: Real vs. Digital

Klar, es ist eine wirkliche Bereicherung, sich, auch online, mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen- denn somit siehst du wirklich, dass es weitere Leute „da draußen“ gibt, die so ticken wie du -vor Allem weil sich hier Menschen theoretisch von überall auf der Welt miteinander vernetzen können. Bei persönlichem Kontakt allerdings, connected man natürlich auf einer ganz anderen Ebene. Und das empfinde ich auch als unheimlich wertvoll.

Community: Reisen mit chronischer Erkrankung

Aus all diesen Gründen und weil die Nachfrage zum Thema „Reisen mit chronischer Erkrankung“ so hoch war, habe ich vor Kurzem die „Reisen mit chronischer Erkrankung“-Facebookgruppe ins Leben gerufen. Ziel dieser Gruppe ist es, eine Community von reisepassionierten Menschen, und zwar denjenigen, die eine chronische Erkrankung haben, entstehen zu lassen. Sie soll dazu dienen, sich gegenseitig austauschen, unterstützen und ermutigen zu können- egal, ob du dabei viel Reiseerfahrung hast oder totaler Reise-Newbie bist.
Hiermit lade ich dich herzlich ein, unserer Gruppe beizutreten und hoffe, dass du dort Menschen antreffen wirst, die dir womöglich weiterhelfen können, womit auch immer du gerade strudelst!

Gibt oder gab es Situationen in deinem Leben, in denen du von einer Community profitiert hättest? 

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