23 Apr, 2017

Denkanstöße: Was bedeutet eigentlich Freiheit?

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23 Apr, 2017

Hast du schon mal darüber nachgedacht, was „Freiheit” eigentlich bedeutet? Ganz bestimmt, oder? Würdest du dich als „frei“ bezeichnen? Wann fühlst du dich frei? Wie fühlt sich Freiheit eigentlich an? Wo in deinem Körper spürst du sie? Oder hast du sie vielleicht noch nie empfunden? Freiheit ist ein unglaublich großes Wort und die wenigsten können genau in Worte fassen, was dieses Wort wirklich beinhaltet, denn die Freiheit ist etwas, das jeder Mensch auf dieser Welt sehr anders und vor Allem als sehr subjektiv empfindet. Ich habe ein wenig darüber nachgedacht, was Freiheit für mich eigentlich bedeutet und ich hoffe, dass du das Thema genauso spannend findest wie ich.

 

Denkanstöße: Was bedeutet eigentlich Freiheit?

 

Das Gefühl der Freiheit

Ich erinnere mich ziemlich genau an das erste Mal, an dem ich mich wirklich „frei“ gefühlt habe. Es war auf meiner allerersten Campingreise mit 19 Jahren. Wir hatten an jenem Tag eine große Wanderung hinter uns gebracht und ich saß, wieder am Campingplatz angekommen, auf einer Spielplatzschaukel und schaukelte mit all meiner Kraft so hoch ich konnte. Ich fühlte mich so verdammt frei und ungebunden: Den wunderbaren Tag mit all seinen neuen Eindrücken noch in den Knochen, mit einem Gefühl von kindlicher Unbekümmertheit und einer Freude an genau diesem Moment, dass ich fast übersprudelte vor Glück. Danach gab es einige, weitere Male, an denen ich so fühlte, vor Allem auf meinen Reisen. Bei meinem ersten und zweiten Klippensprung ins Wasser, meiner allerersten, alleinigen Backpackingreise oder als ich meine Ausbildung ohne Plan B schmiss und mich selbständig machte. Das waren allerdings alles Momente, äußere Begebenheiten, die das Gefühl der Freiheit in mir auslösten. Je länger ich diese Momente nicht in meinem Leben hatte, desto mehr sehnte ich mich nach ihnen; hatte ich vom “Wein der Freiheit” genippt, wollte ich mehr.

Heute fühlt sich Freiheit für mich anders an. Es ist kein heftiges, ab und zu wiederkehrendes, von außen aufgelöstes Gefühl mehr, sondern eher ein unterschwelliges Gefühl, das wie das Meer, immer wieder leicht auf und ab wiegt, aber konstant da ist. Sie ist heute ein Gefühl, das ich fast jeden Tag verspüre, in kleinen Momenten, in denen ich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Sie fühlt sich nicht nur anders an- heute bedeutet sie auch etwas anderes für mich.

 

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Gerade beim Reisen habe ich mich schon oft sehr frei und unabhängig gefühlt, eines der vielen Gründe, warum ich das Reisen so liebe.

Was Freiheit für mich bedeutet

Freiheit bedeutet für mich in erster Linie, so zu sein, wie ich bin. Mich zeigen zu dürfen, mich nicht verstellen, anpassen oder selbst für andere kleiner machen zu müssen. Sie bedeutet, mich nicht einschränken zu lassen von äußeren Gegebenheiten oder Instanzen, wie beispielsweise meiner Erkrankung, der Mukoviszidose. Freiheit heißt für mich, dass ich jeden Tag die Dinge tun kann, die ich liebe und für die ich eine Leidenschaft hege- ob das nun der Beruf ist, den man ausübt, oder eine Leidenschaft neben der Arbeit. Meine persönliche Freiheit ist es außerdem, meine Tage, aufgrund meiner Selbstständigkeit, so einteilen zu können, wie es mir am liebsten ist, den Großteil meiner Zeit ortsunabhängig arbeiten zu können und mich nicht nach äußeren Instanzen, wie einem Chef oder festen Arbeitszeiten, richten zu müssen.

Freiheit bedeutet für mich, sich einfach mal ins Auto zu setzen und ans Meer fahren zu können. Reisen zu können und zu dürfen ist ein riesiges Privileg, das ich natürlich sehr, sehr schätze und das bis vor wenigen Jahrzehnten nicht mal eben so möglich war. Ein sehr großer Teil meiner persönlichen Freiheit besteht außerdem darin, mich nicht mehr von meinen eigenen Ängsten und Abhängigkeiten eingrenzen oder zurückhalten zu lassen. Seitdem ich begonnen habe, mich selbst mit meinen limitierenden Glaubenssätzen (all denjenigen Dingen, die wir uns selbst immer wieder ganz gern einreden und die uns in unserem Handeln einschränken) und Ängsten auseinanderzusetzen, diese anzunehmen und Freundschaft mit ihnen zu schließen, anstatt sie zu ignorieren (denn hey, das funktioniert leider nicht), fühle ich mich nicht mehr so sehr von ihnen bestimmt und lasse mich weniger durch sie ausbremsen. Zwar werden die Ängste und auch die Glaubenssätze nie ganz verschwinden, doch „freier” fühle ich mich seitdem allemal. Ich habe gelernt, dass unsere Freiheit, sowie unser Glück, nicht im Außen gefunden werden kann, sondern allein an unserem eigenen Mindset liegt.

 

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Mich kreativ ausleben zu können, ob es sich dabei ums filmen, schreiben, singen oder tanzen handelt, macht für mich einen Großteil meiner persönlichen Freiheit aus.

 

Sind wir „frei“?

All das betrifft mit Sicherheit nicht alle Menschen auf dieser Welt. Für uns, diejenigen, die das Privileg haben, sie wirklich leben zu können, bedeutet Freiheit vermutlich etwas anderes als für Menschen manch anderer Kulturen, Regionen, Religionen oder Ländern. Diese Menschen träumen von einer Freiheit weit ab von Krieg, nicht existierenden Menschenrechten, fehlender Meinungsfreiheit, Hass und Intoleranz. Wir haben den Luxus, zumindest im Außen weitestgehend frei zu sein. Und auch wenn viele Menschen der Meinung sind, dass wir nur „wirklich“ frei sind, wenn wir uns komplett von der Gesellschaft abkapseln und allein irgendwo im Wald leben, bin ich überzeugt, dass wir, zumindest in Deutschland, ein sehr großes Maß an Freiheit leben können.

Ob wir als Menschen nun frei sind oder nicht- das ist immer Ansichtssache und darüber könnte man mit Sicherheit stundenlang diskutieren, doch ich bin der Meinung, dass wir zumindest den ersten Schritt wagen und in unseren eigenen Köpfen beginnen können, uns selbst freizumachen, indem wir unser Glück nicht so sehr von äußeren Einflüssen abhängig machen, sondern stattdessen mit uns selbst Freundschaft schließen: Uns selbst von unseren einschränkenden Gedanken, unkontrollierbaren Gefühlen und uns ausbremsenden Ängsten lösen und einen Mindshift vornehmen- denn was Freiheit für dich bedeuten soll und ob du dich frei fühlst- das liegt ganz allein bei dir.

 

“Freiheit bedeutet “sein wie ich bin”.
Freiheit heißt für mich: Fehler machen wie’n Kind
Und wenn’s sein muss, fall ich halt hin,
Doch ich steh wieder auf.”

– Curse, “Freiheit”

 

Und jetzt bin ich neugierig: Was bedeutet für dich „Freiheit“? Wann oder wobei fühlst du dich wirklich frei? 

 

 

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