03 Mai, 2016

Der Ultimative Guide zum Individuellen Reisen, Teil III: Die Budgetplanung

03 Mai, 2016

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Wenn es ums Reisen geht, gibt es viele verschiedene Arten und Weisen die Sache anzugehen. Ich bin der Überzeugung, dass es möglich ist zu reisen, egal wie die finanzielle Lage gerade aussehen mag. Es ist nur eine Frage der persönlichen Einstellung und welche Art von Lebens- bzw. Reisestil deins ist.

 

In Teil ein und zwei dieser Blogserie habe ich dir davon erzählt, was ich so in meinem Rucksack bei mir trage und wie ich im Allgemeinen meine Reisen plane. In diesem Post will ich dir einmal von den verschiedenen Arten und Weisen erzählen, wie man mit welchem Budget verreisen kann und dann auf die verschiedenen Aspekte der Budgetplanung eingehen.

Es gibt ein paar verschiedene Arten zu verreisen, wenn nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht.

 

(Beinahe) kostenlos reisen: Durchaus möglich, aber das Leben eines Freebie-Travelers kann ganz schön hart sein. Ich habe schon den ein oder anderen Reisenden kennengelernt, der auf diese Art herumkommt und ich habe echt viel Respekt vor ihnen, für mich persönlich wäre es aber keine Langzeitoption. Hier und da mal per Anhalter fahren, mal eine Couch surfen- klar- mir persönlich wäre diese Art zu reisen aber einfach zu stressig und je nachdem, wo man per Anhalter fährt oder zu Fuß durch die Gegend zieht, manchmal etwas gefährlich. Manchmal komme ich bei Freunden oder anderen Reisenden unter, die ich unterwegs kennengelernt habe- immer eine gute Möglichkeit, wenn ich diese auch nie als ganz kostenlos einstufen würde, da ich mich immer an Lebensmittelkosten usw. beteiligen würde in diesem Fall.

 

Der Backpacker-Style: Das Backpackerleben kann manchmal auch recht rau sein. Fast jeden Abend Pasta und Pesto, von Hostel zu Hostel hüpfen, in Dorms schlafen, jeden Cent 5 Mal umdrehen… So ziemlich genau das habe ich auf meinen ersten Reisen gemacht und es macht schon Spaß- keine Frage- aber je mehr ich beim Reisen auch arbeite, übernachte ich zunehmend gern in Airbnb-Unterkünften, kleinen Pensionen oder was auch immer mir mal ein bisschen mehr Ruhe zum Arbeiten bieten kann. Was mich zur dritten Kategorie führt:

 

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Ganz im Stil des Backpackers vor einigen Jahren- nur leider mit etwas zu viel Gepäck in Form meines 70L Rucksacks. (Und ja, da ist noch ein zweiter Rucksack daneben, autsch..)

 

Der Nomad-Style: Der Nomaden-Reisestil ist eine sehr minimalistische Art zu reisen. Neben dem Laptop und einer stabilen Internetverbindung braucht man nicht viel. Ein digitaler Nomade wird wohl ein wenig mehr für eine Unterkunft ausgeben, eher darauf bedacht sein, einen Flug zu buchen, bei dem er keine 48 Stunden von A nach B braucht, nur um so wenig wie möglich ausgeben zu müssen. Er wird außerdem normalerweise ein wenig mehr zum Essen ausgeben, nicht um ständig fein essen zu gehen, sondern einfach um sich selbst mit einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung was Gutes zu tun, ob nun selbst gekocht oder nicht. Ein weiterer Unterschied: Normalerweise hüpft ein digitaler Nomade nicht alle paar Tage zum nächsten Ort, sondern bleibt auch mal mehrere Wochen oder Monate an einem Ort- und das spart Geld!

 

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Immer noch mit Rucksack, aber etwas minimalistischer geht’s heute zu mit meinem Osprey Farpoint 40L. (In den ich absolut verschossen bin, übrigens.)

 

Ich selbst schwebe momentan zwischen dem Backpacker- und dem Nomadenstyle und kombiniere diese beiden ganz gern.

Für mich kommt es bei der Budgetplanung auf diese 3 Hauptsachen an: Die Unterkunft, Transportmittel und Essen. Natürlich ist das nicht alles, was auf einer Reise Geld kostet, aber diese Drei sind die größten Geldfresser, bzw. können die größten Geldfresser sein. Ich werde dir hier einige Optionen für verschiedene Unterkunftsarten, Transportmittel und Arten, sich zu versorgen, nennen.

 

Unterkunft

Wenn ich mein Budget plane, kommt es sehr stark auf die Art meiner Reise an. Ob es nun eine Woche campen in Spanien ist, ein Roadtrip durch Deurschland, ein Wochenende in Prag oder 2 Monate in Kolumbien. Wenn ich weiß, dass ich für längere Zeit an einem Ort bleibe, suche ich mir eher ein WG-Zimmer oder eine Airbnb-Unterkunft. Wenn ich herumreise und mehrere Orte abklappern will, bleibe ich eher in Hostels (man lässt sich weniger nieder, wenn man nur wenig Zeit an einem Ort verbringt, da ist es ganz nett, schneller Kontakt zu anderen Reisenden zu finden. Außerdem gibt es bei Airbnb-Unterkünften meist eine Mindestanzahl an Nächten, die man buchen muss und man muss häufig eine Kaution zahlen.)

Normalerweise versuche ich um die 8 bis 15 € pro Nacht auszugeben. Mit diesem Geld bekommst du in Europa am Ehesten ein Bett in einem Dorm im Hostel (außer z.B. in Venedig, wo du glatt mal das Doppelte für ein Hostelbett zahlst, und das zum Teil ohne Küche im Angebot!), wobei du in Mexiko eher eine Strandhütte oder ein kleiner Airbnb-Apartment bekommst.

Die Freebie-Version: Couchsurfing (eine tolle Erfahrung, die ich echt empfehlen kann!), Wwoofing, Austausch, Freunde oder zuvor kennengelernte Reisende besuchen, wildcampen (Achtung, in vielen Ländern ist das illegal!)…

 

Transport

Wie du von Punkt A nach Punkt B (..und C und D..) kommst, ist eine essenzielle Frage, wenn du dein Reisebudget planst. Falls du nicht ganz so weit reist: Willst du per Auto verreisen? Den Zug, Bus und/oder das Flugzeug nehmen? Oder falls du weiter weg möchtest: Du wirst dann wohl sehr wahrscheinlich fliegen, aber wie wirst du vor Ort herumkommen?

Wenn ich allein verreise, dann meist per Flugzeug. Vor Ort bin ich dann viel mit dem Bus unterwegs (Ich liebe Busfahren übrigens. Für mich die beste Art bei der Reise selbst viel zu sehen.) oder, eher selten, mit dem Zug.

Je nachdem, wie viel du wirklich von Ort zu Ort ziehen möchtest, wirst du natürlich dementsprechend mehr zahlen, als wenn du längere Zeiten an einem Ort bleibst. Ich würde immer empfehlen, wenn du die Zeit hast: Travel slowly!

Die Freebie-Version: Natürlich hitch-hiken, also per Anhalter fahren (eine geniale Erfahrung, ich würde dies allerdings nicht als langfristige und regelmäßige Option nutzen, da es recht nervenaufreibend und anstrengend sein kann), zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Skateboard, zu Pferd… Es gibt einige aufregende Stories von den Arten, wie manche Menschen schon von einem Ende der Welt zur anderen gelangt sind!

 

Verpflegung

Ich persönlich stand noch nie so darauf, die Kosten für Essen beim Reisen so weit herunterufahren, dass ich ständig nur Pasta essen muss. Es ist einfach viel zu schade um die leckeren Sachen, die es so auf dieser Welt gibt! Geh zum Markt, hol’ dir ein paar Früchte, Gemüse, frischen Fisch oder was auch immer, hol’ dir einen kleinen Grundstock an Nahrungsmitteln (z.B. Reis, Haferflocken, Knoblauch..) und dann werde kreativ!

Wenn ich verreise, buche ich so gut wie immer eine Unterkunft mit Küche. Denn ich liebe es, selbst zu kochen. Es ist günstig, ich kann mehrere Portionen aufeinmal kochen und habe am nächsten Tag noch was davon, oder koche direkt mit mehreren Leuten zusammen, und ab und an geht’s dann mal raus in ein Restaurant, wo ich die regionale Küche probieren (und später eventuell nachkochen) kann!

Je nachdem, wo es hingeht, plane ich meist so um die 5 bis 10 € pro Tag ein.

Die Freebie-Version: Kostenlos essen auf Reisen stelle ich mir eher etwas tricky und sehr abenteuerlich vor. Ich bin mir sicher, dass es möglich ist, und ich habe mit Sicherheit schon die ein oder andere Mahlzeit gratis bekommen, aber nicht weil ich bewusst nach einer gesucht hätte, sondern weil ich einfach sehr herzliche Menschen getroffen habe, die mich zu einer selbstgekochten Mahlzeit in ihr Zuhause eingeladen haben (auch eine tolle Erfahrung übrigens!).

 

Sonstige Ausgaben

Weitere Ausgaben können verschiedene Aktivitäten sein, z.B. bestimmte Touristenattraktionen, Fahhräder oder Surfbretter mieten, Bootstouren, Yoga-Stunden oder was auch immer du gern machen oder ausprobieren möchtest. Außerdem kommt ggf. eine Reise- und/oder Krankenversicherung hinzu, je nachdem wo und wie du reisen möchtest. Andere Ausgaben, für die du vielleicht einen kleinen Puffer haben möchtest: Dinge, die schief laufen könnten, z.B. falls dir irgendwas passiert und du beim Arzt in Vorkasse treten musst, du irgendwas an Equipment ersetzen musst, was dir geklaut worden oder beschädigt worden ist, falls du vorzeitig wieder die Heimreise antreten musst usw.

 

Hier ist eine kleine Kostenrechnung für meine 4-monatige Reise durch Europa in 2014, die ich vor der Reise aufgestellt habe und die auch ziemlich genau hingehauen hat. Natürlich sind dies Pi-Mal-Daumen-Werte, ich habe also so gut wie nie genau diese Beträge für die jeweilige Kategorie ausgegeben.

 

tägliche Ausgaben: 
Unterkunft: ca. 15 €
Verpflegung: ca 5 €
Aktivitäten/Ausgehen: ca. 10 €
=ca. 30 €/Tag
Bus-/Zug-/Schifffahrten/Flüge:
im Schnitt ca. 30 € pro Woche
= etwa 500- 600 € bei 18 Wochen
Insgesamt= 4300 bis 4500 € für 18 Wochen

Wie du siehst, habe ich mehr für verschiedene Aktivitäten und für den Transport ausgegeben, da ich auf besagter Reise alle paar Tage weitergezogen bin. Außerdem war ich viel auf den griechischen Inseln unterwegs, da waren einige recht teuere Fahrten mit der Fähre dabei. Im Schnitt habe ich aber versucht bei um die 30€/ Tag zu bleiben, und mache es auch immer noch so (außer ich bin außerhalb von Europa unterwegs). Und ab und an habe ich auch mal die Freebie-Optionen getestet 😉

 

Ich hoffe, dass ich dir einen ganz guten Einblick geben konnte in meine Budgetplanung und wie auch du deine Reisekosten ein wenig im Voraus planen kannst.

 

Gibst du eher mehr oder weniger auf deinen Reisen aus? Hast du schon die ein oder andere Freebie-Option getestet? Hast du sonstige Ideen zum Thema Reisen mit beschränktem Budget?

 

Hier findest du die anderen Teile dieses Blogposts:

 

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