08 Nov, 2016

Die Reise, die mein Leben verändert hat: Die Story

08 Nov, 2016

Wie einige von euch möglicherweise wissen, haben einige Freunde aus der ganzen Welt und ich uns zusammengetan für das Buchprojekt „The Trip That Changed My Life“. Dies ist eine Sammlung an Geschichten von über 70 inspirierenden Reisenden, die ihre eigene, persönliche Geschichte erzählen, wie das Reisen ihr Leben grundlegend verändert hat.


Das Projekt wurde durch den wunderbaren Hung Thai vom Blog „Up Up And Bear“ ins Leben gerufen und hat jetzt schon einen Erlös von mehr als 3.400 $ für die Hilfsorganisation Unbound durch Crowdfunding erzielt und ist nun außerdem auf Amazon erhältlich.

Um dir ein kleines Gefühl für das Buch zu geben, teile ich nun meine persönliche Geschichte aus dem Buch mit dir- über die Reise, die mein Leben verändert hat.

 

Hier findest du übrigens den entsprechenden Foto-Blogpost und hier kannst du die Geschichte auf Englisch lesen.

 

Die Reise, die mein Leben verändert hat

“Ich kann mich nicht an das letzte Mal erinnern, an dem ich so hoch geschaukelt bin!,“ schrie sie quietschvergnügt. Er grinste sie von unten an.

In Wirklichkeit konnte sie sich nicht mal an das letzte Mal erinnern, an dem sie auf einer Schaukel gesessen hatte. Aus irgend einem Grund hatte sie das Gefühl niemals glücklicher gewesen zu sein als in jenem Moment. Sie atmete die reine, warme Luft ein und hatte das Gefühl, als könne sie jeden Moment abheben und in die Wolken fliegen.

Sie fühlte eine Mischung aus Vertrautheit, Liebe, Aufregung und ein solches Glücksgefühl, das sie kaum in Worte fassen konnte. Ein Kribbeln, das von ihrem Bauch und ihrem Herzen ausging. Sie wusste noch nicht, in welcher Art und Weise dieses Gefühl von Liebe, Inspiration und Kreativität sie verändern würde, aber sie war sich sicher, dass es genau das tun würde.

Vielleicht hast du sie auch schon erlebt: Diese sehr raren Momente im Leben, in denen du instinktiv weißt, dass sich etwas in dir sich verändern wird. Diese wahrhaft bedeutungsvollen und einschneidenden Erlebnisse, die, wenn du im späteren Verlauf deines Lebens auf sie zurückschaust, sagst, „Jap, das war, wo sich alles verändert hat“. Meine allererste Campingreise nach Südfrankreich war genau ein solcher Moment.

Bis zu diesem Campingtrip beschränkte sich meine Reiseerfahrung auf Hotel- und Strandbesuche und Ausflüge zu Walt Disney World. Versteh’ mich nicht falsch- diese Reisen waren immer toll, vor Allem als Kind, das mit seiner Familie unterwegs ist, aber sie triggerten nie dieses unbeschreibliche Gefühl, das ich bei meinen jetzigen Reisen empfinde.

Mit knackigen 19 Jahren sollte es dann auf meine erste Campingreise gehen. Mein damaliger Freund und seine Familie hatten mich auf diese Reise eingeladen. Glaub mir, es gab definitiv so einige Dinge speziell an dieser Reise, wegen denen ich mir vorher ziemlich ins Hemd machte: Draußen schlafen, Ungeziefer, mit der Familie meines Exfreundes essen zu müssen (die ganze Familie aß vegetarisch- damals eine Horrorvorstellung für mich) und wandern gehen.

Wir starteten in unserer Heimatstadt Düsseldorf in Deutschland und nahmen den Thalys nach Paris. Ich war zuvor schon mal in Paris gewesen- aber nur angesichts der Attraktionen in Disneyland. Ich war ein ziemliches Ami-Kind; mein Vater stammt aus den USA. In Paris stiegen wir um und reisten weiter nach Clermont-Ferrand, wo die Familie meines damaligen Freundes uns mit dem Wohnmobil abholte. Die Nervosität setzte ein, doch nachdem wir am ersten Campingplatz angekommen waren und ich das Restaurant, das Entrecôte servierte, bemerkte, waren meine ersten Sorgen schon mal verflogen: Wenigstens Fleisch.

 

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Am ersten Morgen im Zelt von der Wärme der Sonne geweckt werden.

Am nächsten Morgen zum Geräusch zwitschernder Vögel und der Wärme der Sonne in unserem Zelt wach zu werden, stimmte mich schon mal positiv. Ich liebte vor Allem die Art, wie wir alle zusammen unter freiem Himmel im Sonnenschein frühstückten. An diesem ersten Tag machten wir uns auf den Weg zu einem Ort namens Florac. Das war die beeindruckendste Autofahrt, die ich bis dato erlebt hatte. Die Serpentinen entlangzufahren, mit zum Teil weit aufgeschlagenen Campertüren, mit den atemberaubendsten Ausblicken auf hohe Berge und tiefe Täler, verspürte ich ein wahnsinniges Kribbeln im Bauch. Ich denke, es war das Freiheitsgefühl. Es war ein wahnsinnig tolles Geühl- eins, das ich immer noch empfinde, wenn ich „on the road“ bin.

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Die Serpentinen entlangdüsen in den Bergen Südfrankreichs.

Florac war einer der ersten Orte, in die ich mich wirklich verliebt habe. Es ist ein wunderschönes, kleines französisches Städtchen inmitten der Cevennen und ist umgeben von Naturwundern. Unser Campingplatz lag am Tarn Fluss, direkt außerhalb des malerischen Florac.

Einer der erinnerungswürdigsten Momente meines Lebens passierte während dieser Tage in Florac. Nach einem kurzen Bad im Fluss, liefen wir am Ufer entlang, bis wir eine steinige Gegend erreichten mit einigen Felsen, die aus dem Fluss herausragten. Natürlich kletterten wir hoch auf die Felskuppen. Ich erinnere mich, wie mein Freund mich herausforderte ins Wasser zu springen. Die Klippe mag vielleicht 5 Meter hoch gewesen sein (nicht der krasseste Sprung ever, aber hey- angsteinflößend war’s trotzdem!). Ich dachte etwa 3 Sekunden darüber nach. Jep, das mache ich jetzt! Ich lief los, erreichte die Felskante und wagte einfach den Sprung in kalte Wasser unter mir. In jenem Moment zeigte sich ein Teil von mir, den ich bis dato noch nicht gekannt hatte.

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Ein wunderschöner Ausblick beim Touren mit dem Wohnmobil.

Später in Florac, befanden wir uns plötzlich inmitten eines kleinen Straßenfestes. Ich war sofort verzaubert von der faszinierenden Szenerie: Menschen, die tanzten, die meisten barfuß und in den buntesten Kleidern; Hippies, Reisende, Urlauber, und Locals, die alle Musik spielten, sangen und lachten. Sie strahlten alle so eine Lebensfreude aus. Ihre Freude war etwas, das ich so selten gesehen hatte zuhause in Deutschland. Es war unglaublich.

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Straßenfest in Südfrankreich: Eine Lebensfreude, die an kaum einem anderen Ort so zu spüren ist.

An diesem Ort fand ich meine Inspiration. Alles war pure Schönheit und Magie. Es veränderte etwas in mir. Es öffnete meine Augen für das, was es da draußen noch gab: interessante Menschen, wunderschöne Orte und Erlebnisse außerhalb der Norm. Ich habe seitdem viele weitere Reisen unternommen und auch wenn sie mich und mein Leben verändert und mir viel über mich selbst beigebracht haben, war diese Reise nach Südfrankreich diejenige, die mir den ersten Schubser in die richtige Richtung gegeben hat. Sie hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Sie hat mich dort hingebracht, wo ich heute bin und hat meine Lebensanschauung radikal verändert. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

Das ist die Schönheit des Reisens: Du gehst an deine Grenzen, gibst dir selbst die Chance zu entdecken, wozu du fähig bist und erfährst, wer du wirklich bist.

 

Weitere Infos über das Buchprojekt findest du hier in unserer Pressemitteilung und dein eigenes Exemplar bekommst du hier auf Amazon.

 

Gibt es eine Reise, die dein Leben grundlegend verändert hat? Wo warst du dort und was war an ihr so lebensverändernd?

 

 

3 Comments:

  • Tanja Petersen Mai 09, 2017

    Thank you so much for your inspiration!
    I am a single Mom with 2 CF’ers. A boy 14 and a girl 12 years old.
    We, like you love to travel and explore the world. It is wonderful to read your stories…
    Great to find out that there are others that have the same issues as oneself, and know all of a sudden that your path is the right one for you!
    Have a wonderful, fulfilled life!
    Greetings from Bavaria

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    • Denise Mai 09, 2017

      Tanja, thank you so much for your beautiful comment! Kudos to you for managing so well with 2 CF kids as a single mom, this is truly inspirational and I find it wonderful that you also travel the world with your kids! And I am so happy that I am able to give you some inspiration 🙂 Hats off to you and lots of love from Spain!

      Reply

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