14 Apr, 2016

Die Sache mit den Prioritäten: Wie ich “das mit dem Reisen” mache

14 Apr, 2016

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Im ersten Teil dieses Posts habe ich es schon beschrieben. Wenn du im Leben wirklich was Bestimmtes erreichen möchtest oder etwas so sehr willst, dass es wehtut, kommt es auf nur eine Sache an:

 

Deine Prioritäten zu setzen.

In diesem Teil der Blogserie möchte ich dir zeigen, wie ich persönlich “das mit dem Reisen” mache. Ob nun finanziell, gesundheitlich oder jobtechnisch. Wie das so aussieht, wenn ich das Reisen zu meiner Priorität mache.

 

Natürlich kann ich in nur einem Blogartikel nicht auf alle “How-To”-Aspekte des Reisens eingehen, aber ich möchte dir erzählen, wie ich persönlich das Reisen in mein Leben einbaue und dann in späteren Artikeln beschreiben, wie auch du mehr/ günstiger/ effizienter reisen kannst. Also, legen wir los! 😉

 

Es gibt unendlich viele Dinge, die einen vom Reisen abhalten können, wie ich auch in meinem vorherigen Post erwähnt habe. Für mich persönlich jedoch, sind es diese drei Dinge, die die größten Schwierigkeiten, bzw. zu überwindenden Hürden darstellen.

 

Der Job

 

Also, was mache ich denn eigentlich?

Zur Zeit arbeite ich teilzeit in einem Coworking Space in meiner Heimatstadt Düsseldorf. Diese Arbeit macht momentan den größten Teil meines Einkommens aus und nimmt auch einen Großteil meiner Zeit in Anspruch.

 

Was sonst?

Außerdem bin ich selbstständig seit etwa einem halben Jahr. Ich produziere kurze Image- oder Eventfilme, schneide und fotografiere gelegentlich auch. Neben dem Reisen selbst ist Film meine größte Leidenschaft. Aufgrund meiner vor einigen Jahren abgeschlossenen Ausbildung als Schneiderin, bin ich auch in diesem Bereich ab und zu noch tätig. Mein Herzprojekt ist das, was du gerade liest- mein Blog. Ziemlich viele Dinge aufeinmal? Mag sein. Ich zumindest liebe es, verschiedene Baustellen zu haben, an denen ich arbeiten kann. Das macht Spaß und es bleibt spannend. 😉

 

Mein Ziel?

Wie ich in früheren Posts schon erwähnt habe, ist es mein Ziel, vollzeit selbstständig zu arbeiten. Nicht nur das. Ich möchte von überall arbeiten können, nur mit Laptop, WLAN (und meiner Kamera). Als digitale Nomadin. Oder zumindest als Teilzeitnomadin, wobei einige Jobs dann ortsgebunden (z.B. Filmjobs) oder ortsunabhängig sind. Mein Wunsch und Ziel ist es einfach, möglichst viel Freiheit zu haben, was meine Arbeitszeit und meinen Arbeitsort anbelangt.

 

Ich bin also auf dem Wege mir mein Leben so gestalten zu können, wie ich es mir vorstelle und arbeite hart daran, dort hinzukommen.

 

Wie ich zur Zeit reise

Während ich studiert habe, vor einigen Jahren, hatte ich aufgrund der langen Semesterferien Zeitspannen von jeweils mehreren Monaten, in denen ich reisen konnte. Damals habe ich mich mit dem Rucksack auf Europatour begeben. Diese Reisen waren es, die mich zur Erkenntnis gebracht haben, dass ich mein Leben nicht wie die meisten gestalten wollte- ich wollte eine Lösung finden, die meine Liebe zum Reisen mit der Arbeit verbindet. Einen Weg zu finden, diesen Wunsch in die Realität umzusetzen, war ab dem Zeitpunkt mein Ziel.

 

Was ich momentan mache, aufgrund der wenigen Zeit, die ich wegen meines Jobs im Coworking Space habe während ich mein Business ausbau:  Möglichst viel meiner freien Zeit nutzen um zu reisen.

Das bedeutet in diesem Falle nicht, dass ich ständig durch die Gegend jette, denn ich möchte ja auch sparen, sondern mir zum Beispiel einfach mal ein paar Stunden an einem Sonntag nehme, um in den nächstgelegenen Nationalpark zu fahren oder an einen nahegelegenen See, um vom Alltag ein wenig Abstand zu gewinnen und Zeit für mich zu nehmen. Oder das lange Wochenende nutzen, um einen kurzen Trip nach Berlin, Frankreich oder Holland zu starten.

 

Es kostet nicht viel und lindert das Fernweh ein wenig, während ich nicht gerade große Auslandsreisen machen kann.

 

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Wenn meine beiden Leidenschaften aufeinandertreffen.

 

Gesundheit

 

Falls du in einem meiner anderen Artikel noch nichts darüber gelesen haben solltest: Ich habe eine Lungenerkrankung namens Mukoviszidose. Und falls du davon noch nie was gehört hast, hier eine kurze Erklärung:

 

Mukoviszidose ist eine chronische Erkrankung, die durch einen angeborenen Gendefekt ausgelöst wird. Sie wirkt sich hauptsächlich auf die Funktion der Lunge, aber auch so ziemlich alle anderen Organe aus. Durch diesen Gendefekt funktioniert der Transport von Wasser und Salz im Körper nicht vernünftig- Menschen mit Mukoviszidose haben demnach Probleme mit der Atmung, häufigere Atemwegserkrankungen bis zu Lungenentzündungen und einige andere Symptome.

 

Was das für Menschen mit CF (Cystic Fibrosis=Mukoviszidose) bedeutet?

Wir müssen ziemlich viele Medikamente nehmen (Antibiotika, Enzyme, Inhalationen, Vitamine und alle paar Monate eine intravenöse Antibiotikakur), und machen regelmäßig Physiotherapie und Atemübungen. Die Probleme mit der Atmung zeugen von einer niedrigeren Lungenfunktion (bei mir z.B. etwa 50% der eines Gesunden), unsere Gesundheit kann sich rasch verschlechtern durch stinknormale Erkältungen und je nach Gesundheitszustand der Person kann auch zusätzlich Sauerstoff vonnöten sein. All das beeinträchtigt natürlich die Lebenserwartung eines CF-Patienten, die momentan im Durchschnitt bei etwa 35 bis 40 Jahren liegt.

 

Klar, es ist eine beschissene Erkrankung, die auch noch nicht heilbar ist, aber wir haben sehr großes Glück in einem Zeitalter zu leben, in dem uns all diese medizinischen Maßnahmen zur Verfügung stehen und uns diese auch durch die Krankenkassen bezahlt werden.

 

Wie ich mit der Erkrankung umgehe?

Dank meiner wunderbaren Eltern habe ich meine Erkrankung immer in einer sehr positiven Art und Weise angesehen und hatte generell immer eine positive Lebenseinstellung. Ohne die CF wäre ich heute zweifelsfrei ein ganz anderer Mensch. Vielleicht hätte ich nie angefangen zu reisen und würde mit Sicherheit mein Leben anders gestalten als ich es nun tue. Ich wäre sicher nicht so zielgerichtet, würde mein Leben nicht so sehr schätzen und vielleicht nicht jeden Tag so sehr auskosten. Meine Erkrankung hat mich stärker und widerstandsfähiger gemacht.

 

CF und Reisen kombinieren

Zu Beginn war ich etwas skeptisch, was das Reisen mit CF anbelangt- die ganzen Medikamente, die Atemübungen, der Sport.. Ich kann mich gut daran erinnern, wie besorgt meine Mutter war, dass meine Gesundheit auf den langen Reisen den Bach hinuntergehen könnte. Aber wie mit den meisten Dingen, war es alles dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Es kann ein bisschen tricky sein- vor Allem wenn es darum geht, bestimmte Medikamente kühl aufbewahren zu müssen, sich in Ländern aufzuhalten, in denen die Hygienestandards nicht die Besten sind, mit einer Tasche voll Medikamente durch den Security Check zu kommen oder meine Atemübungen in einem Raum zu machen, in dem 9 weitere Reisende sitzen (das war am Anfang super komisch, aber sobald die Leute verstehen, was du da machst, wird es zur normalsten Sache der Welt).

 

Nein, es ist keinesfalls einfach und es mag am Anfang furchteinflößend wirken, aber es ist möglich und es ist’s wirklich wert!

 

Mehr zu diesen ganzen Dingen in einem späteren Post über das Reisen mit Erkrankung.

 

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Make it happen!

 

 

Das liebe Geld..

Also, wie kann ich es mir leisten, so viel zu reisen? Wie ich im ersten Teil des Posts schon gesagt habe: Es ist alles eine Sache des Prioritäten-setzens. Zur Zeit lebe ich in einer WG mit einer Freundin zusammen, da ich ein wenig mehr verdiene als früher, davor aber habe ich 2 Jahre (wieder) bei meinen Eltern gelebt, habe 450€ monatlich verdient und habe es trotzdem geschafft, Geld für meine nächste Reise zur Seite zu legen. Davor habe ich eine ganze Zeit lang von etwa 750€ im Monat gelebt (damals mit Kindergeld), während ich alleine gelebt habe und konnte auch dann immer etwas zur Seite legen. Auch hier: Es ist nicht einfach, aber möglich.

 

Die Frage ist dabei: wofür will ich mein Geld wirklich ausgeben?

Ist es das neue Kleid, die neuen Schuhe, der neue Lippenstift? Ich denke mir dann immer: Hey, das sind 15€ für ein T-Shirt- 15€, die ich für eine Nacht im Hostel in Budapest ausgeben würde. Oder: 40€ für diese Schuhe oder 40€ für einen Ryanair-Flug nach Portugal? Und wenn ich mein Geld, statt für eine materielle Sache, für eine Erfahrung, eine Erinnerung, einen großartigen Moment ausgeben kann- wofür zur Hölle brauche ich schon die blöden Schuhe?

Wenn wir materielle Dinge kaufen, sollten wir uns öfters fragen: Ist diese Sache wirklich notwendig? Brauchen wir sie oder wertet sie unser Leben in irgend einer Art und Weise auf? Das bedeutet natürlich nicht, dass ich mir nie mal ein T-Shirt oder eine Schallplatte oder ein Buch gönne- nein- nur kannst du halt einfach nicht erwarten, dir ständig solche Dinge leisten zu können und dich dann fragen, warum du nicht das nötige Geld zum Reisen hast.

 

Die andere Sache ist, dass du zum Reisen gar nicht so viel Geld brauchst, wie du vielleicht denkst! Der Trick ist, ganz allgemein gesagt, weniger als Tourist zu verreisen und mehr als Local, das heißt typische Touristenattraktionen, schicke Hotels oder ganze Hotelkomplexe und ständiges Aus-Essen zu meiden und stattdessen auf Reisen selbst zu kochen (oder mit anderen Reisenden zusammen), in Hostels, Airbnb-Appartments oder Campingplätzen zu übernachten, couchzusurfen (eine tolle Art, Locals kennenzulernen!), mit Bus, Zug oder- wenn du es gern ganz kostenlos und etwas abenteuerlicher willst- per Anhalter fahren. An diese Dinge habe ich mich auf meinen Langzeitreisen als Backpackerin gehalten und habe demnach im Schnitt etwa 30€ pro Tag mit allem Drum und Dran ausgegeben. (Das war zum größten Teil in europäischen Ländern, wenn du nach Asien oder Lateinamerika gehst, wird’s natürlich dementsprechend günstiger, bzw. in anderen Teilen der Welt teurer.)

 

Mehr dazu in einem meiner nächsten Posts, in dem ich dir Tipps dazu geben werde, wie du günstig oder fast kostenlos reisen kannst.

 

Ich hoffe, dass ich dir einen ganz guten Eindruck davon geben konnte, wie ich das Reisen in mein Leben integriere und ich dir klarmachen konnte, was ich meine, wenn ich sage, dass ich das Reisen zu meiner Priorität gemacht habe.

Es ist das Selbe wie mit allem anderen im Leben- wenn dir etwas so wichtig ist, dass du richtig dafür brennst: Make it happen! Denn du bist die einzige Person, die bestimmen kann, wie dein Leben auszusehen hat!

 

 

 

 

4 Comments:

  • Katharina April 14, 2016

    Liebe Denise, das ist ein ganz toller Artikel. So schön geschrieben und so offen – gerade auch der Part über deine Krankheit. Ich bin sicher, dass das anderen Betroffenen Mut machen wird. LG

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    • Denise April 14, 2016

      Danke dir, Katharina. Das freut mich sehr zu hören und ich hoffe auch, dass es dem ein oder anderen vielleicht etwas Mut macht 🙂

      Reply

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