15 Jun, 2016

“Leben im Moment” -ein Gastbeitrag von Jason Patterson

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15 Jun, 2016

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Willkommen zum zweiten Teil meiner Gastartikelserie über das „Leben im Moment” von unserem Gastautor Jason Patterson. Wenn du den ersten Teil dieser Blogserie von unserem Gastautor Svet verpasst hast, sage ich dir: Tu es jetzt! Es lohnt sich. Hier kannst du außerdem den Einführungspost der Serie lesen.

 

Leben im Moment: Über Jason

 

Unser Gastschreiber heute, Jason, stammt ursprünglich aus Seneca, South Carolina und ist derzeit in der US Air Force. Wir haben uns während meiner Backpackingtour vor 2 Jahren kennengelernt und haben uns auf Anhieb super gut verstanden (In einer Karaokebar in Athen, wo wir einen Song von Nickelback lauthals zusammen grölten). Wir quatschten eine ganze Zeit lang über Gott und die Welt und sind seitdem in Kontakt geblieben.

Jason hat eine erstaunliche Menge an Ländern besucht, insgesamt waren es 31, und hat, neben den USA, in Deutschland, Belgien und Südkorea gelebt. Seine Favoriten: Griechenland und Mexiko (Me gusta! 😉). Er treibt sich derzeit wieder einige Wochen in den Staaten herum, ist aber tatsächlich seit einigen Monaten in Stuttgart stationiert. Was Jason sonst so gern treibt: Wandern, biken, klettern, kochen, lesen, reisen (selbstverständlicherweise) und American Football coachen.

 

Ich versuche immer, mich mit der Natur und mit Menschen auf eine spirituelle Ebene zu begeben. Ich denke, dass das Reisen hierbei von großer Bedeutung ist,” sagt er.

 

Als ich mir das erste Mal durchlas, was Jason über das Leben im Moment zu sagen hatte, war mir sofort klar, dass er imstande war, genau das auszudrücken, was ich, hinsichtlich des Gefühls beim Reisen, selbst nur schwer in Worte fassen kann.

 

Das hier hat Jason im Bezug darauf geschrieben, was das „Leben im Moment“ für ihn ausmacht:

 

„Du musst in der Gegenwart leben, dich selbst in jede Welle stürzen, deine Ewigkeit in jedem Moment finden. Der Narr steht auf seiner Insel der Gelegenheiten und schaut zum Lande herüber. Nur gibt es kein anderes Land, es gibt kein anderes Leben als dieses.”
– Henry David Thoreau

 

Während meiner Kindheit las ich oft Geschichten, die an unendlich weit entfernt scheinenden Orten spielten. Diese Orte mal zu besuchen, wirkte für mich damals wie ein distanter Traum. Aufgewachsen in einer kleinen Stadt in den USA, verfolgten mich diese Orte mit ihrer Geschichte, ihrer Schönheit und ihrem Charme. Jetzt, nachdem ich mehr als 30 Länder bereist habe, fällt es mir schwer zu erklären, was ich erlebt habe. Wie beschreibt man den verlockenden Duft einer französischen Bäckerei? Kann man in Worte fassen, wie es ist, die schöne Stimme einer italienischen Mutter zu hören, die an in einer warmen Nacht in Rom zu ihrem Kind singt? Wie beschreibt man die gewaltige Stille in den Kirchenräumen der Sixtinischen Kapelle?

 

Die Wahrheit ist: Ich war einst der typische Tourist. Hier und da ein schnelles Foto, um dann weiter zur nächsten Attraktion zu ziehen. Anstatt wirklich in dem jeweiligen Moment zu leben, diese Momente der Selbst-Entdeckung auszukosten, war ich der Reisende, der einfach nur die typische Touristenerfahrung wollte. Das Reisen birgt die beste Chance, neue Perspektiven oder neue Sichtweisen darüber zu gewinnen, wie wir unser Leben führen –und ich ließ sie mir entgehen.

Nachdem mein Großvater starb, litt ich wirklich sehr darunter, da er diese eine Person war, die mich wirklich verstanden hatte. Wieder in Europa angekommen, zog ich mit meinem Rucksack los- und begann eine Reise quer durch Frankreich. Ich hatte kein Ziel vor Augen, ich wollte einzig und allein in mich und mit mir selbst gehen.

 

Während dieser sehr spontanen Reise, nahm plötzlich mein ganzes Leben an Geschwindigkeit ab. Ich hörte auf, ständig Fotos zu schießen und entzog mich jeglicher Kommunikation. Ich lebte endlich im Moment. Es schien mir so, als wären meine Augen das erste Mal geöffnet worden. Das hier war mein Erwachen. Mein Hunger nach Essen wurde unterdrückt durch meinen Hunger nach Entdeckung. Mein Durst wurde ersetzt durch das spirituelle Bewusstsein, das ich gewonnen hatte. Von diesem Punkt an, war das Reisen für mich nie wieder das Selbe. Ich begann meine Abenteuer mit Leib und Seele zu genießen und bereue bis heute keinen einzigen Moment.

 

“Die Wahrheit ist, dass wir uns jedes Mal, wenn wir unseren Geist für neue Möglichkeiten, unser Herz für neue Emotionen öffnen, einen neuen Weg einschlagen oder ein neues Buch lesen, auf eine Reise begeben.”

 

Wo auch immer ich nun hingehe, nehme ich mir meine Zeit und nutze jede Gelegenheit, koste jede Kleinigkeit aus, sei es die lokale Küche, historische Stätten oder einfach zum Nachdenken anregende Gespräche mit anderen Reisenden. Die Wahrheit ist, dass wir uns jedes Mal, wenn wir unseren Geist für neue Möglichkeiten, unser Herz für neue Emotionen öffnen, einen neuen Weg einschlagen oder ein neues Buch lesen, auf eine Reise begeben. Denn in Routine und Beständigkeit besteht Komfort. Wenn wir aber auf Reisen gehen, öffnen wir unsere Sinne für die Wunder dieser Welt– und gleichzeitig dem wahren Glück. Diese Erfahrungen lassen neue Denkmuster in unseren Köpfen entstehen und helfen uns dabei, uns lebendig zu fühlen. Das ist jene Erfahrung, die ich all meinen Freunden und Mitreisenden wünsche.

 

Auf geht es ins nächste Abenteuer – lebend im Hier und Jetzt.

 

 

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Erzähl’ mir, was es für dich bedeutet, im Moment zu leben! Teile mir einen deiner Momente mit, in denen du wirklich „im Hier und Jetzt“ gelebt hast, schreibe ein paar Zeilen dazu und lasse sie mir per Mail (an Denise@travelousmind.com) zukommen. Diese kleinen Stories von euch möchte ich dann ganz gern in einem Post zusammenfassen. (Selbst wenn du nicht mit veröffentlicht werde möchtest, freue ich mich natürlich trotzdem riesig, wenn du mich an deinem “Moment” teilhaben lässt. 😉 )

 

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