11 Mai, 2018

Planlos reisen. Vertrauen lernen.

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11 Mai, 2018

Ich freue mich unglaublich, dir heute eine ganz wunderbare und interessante Person vorzustellen. Laura vom Blog “Mind Set Travel” teilt heute ihr Wissen und ihre Erfahrungen bezüglich Reiseplanung mit uns bzw. wie du planlos reisen kannst, sodass du dir möglichst viel Raum für spannende, neue Erfahrungen und tolle Reisemomente lässt und lernst, in dich und in deinen Weg zu vertrauen. Bei ihren Reisen um die Welt geht es vor allem darum, in neue Kulturen einzutauchen, selbst durch neue Kontakte zu wachsen und achtsam und verantwortungsvoll zu reisen.  Viel Spaß beim Lesen und Vorfreuen!

 

Planlos reisen. Vertrauen lernen.

 

Meine beiden liebsten Reise-Erinnerungen an Paris:

Wir hatten ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel und fuhren damit durch die Stadt, bis es uns irgendwo gefiel und wir ausstiegen. So landeten wir in einem schönen Wohnviertel in der Nähe der Seine, mit duftenden Bäckereien und irgendeinem imposanten Bauwerk.

Und: Wie ich mit zwei mir sehr lieben und mit zwei weiteren mir relativ unbekannten Menschen durch die Nacht rannte, um den Anblick des mitternächtlich funkelnden Eiffelturms nicht zu verpassen. Was haben wir uns gefreut, uns in dem Sternenregen sogar umarmt, als wir es gerade noch rechtzeitig schafften.

 

Ein unvergesslicher Moment in Kenia:

Nach einem Wochenend-Ausflug kommen wir zurück ins Workcamp voller entspannter Freiwilliger. Ich habe den Abstand zum Camp Life genossen – und jetzt hab’ ich Hunger. Und mein Freund macht mir auf die Schnelle das leckerste Omelette, das ich je gegessen habe, vollgepackt mit allen Resten an Gemüse.

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Laura pendelt mit ihrer Familie zwischen Kenia und der Welt- achtsam und ohne großartig vorzuplanen.

Meine schönste Indien-Erfahrung:

Die drei Tage in der Kulturstadt Mysore, die wir mit einer Familie verbringen durften, die wir durch eine Bekannte unserer Gastgeber kennenlernten.

All diese Reisemomente sind mir unvergesslich. Und sie wären niemals planbar gewesen. Sie sind tatsächlich nur zustande gekommen, weil ich in diesen Augenblicken gerade keinen Plan hatte.

Fairerweise muss ich gleich zwei unangenehme Erfahrungen hinterherschicken.

Ich war sechzehn und meine erste Reise, mein erster Flug überhaupt ging nach Südafrika. Beziehungsweise, eigentlich ging er nicht, denn das Flugpersonal streikte. So verbrachte ich einen ungeplanten Tag im Sheraton Hotel in Frankfurt am Main.

Viele Jahre später habe ich mich bei der Vorbereitung besagter Indienreise nicht rechtzeitig um die Visa gekümmert. Das führte dazu, dass ich den Flug meines Mannes verschieben musste und mit unserem acht Monate alten Kind erst mal alleine war in dem mir unbekannten Land.

Heute habe ich zwar ein paar lustige Geschichten zu erzählen, aber mittendrin in diesen Situationen fühlte ich mich überhaupt nicht wohl und hatte ziemlichen Stress.

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Ein neu gewonnener Freund lud Laura in seine Organisation ein. Dort erhielt hat sie diesen Ausblick auf eine Wohngegend am Rande von Nairobi.

 

Wie viel Planung braucht man also? Wo ist die Grenze zur Überplanung? Wie finde ich Ausgleich und Balance? Ein ausreichendes Sicherheitsgefühl, aber auch genügend Offenheit für alles Neue, Unerwartete?

Glücklicherweise darf jeder diese Fragen ganz für sich selbst beantworten und entsprechende Entscheidungen treffen. Ich plädiere jedoch immer für ein großzügiges Maß an Planlosigkeit. Ich hoffe, meine oben erzählten Reiseerfahrungen sind als Argumente dafür schlagkräftig genug.

Es gibt ein paar konkrete Tipps, die mir – und hoffentlich auch dir – helfen, planloser zu reisen. Mich nicht so festzunageln auf ganz bestimmte Instagram-Fotos, die ich unbedingt schießen will oder ganz bestimmte Cafés, in denen ich etwas ganz Bestimmtes essen will. Und die stattdessen viel Raum für eindrückliche Begegnungen und magische Reisemomente geben.

 

1. Kümmere dich rechtzeitig ums Organisatorische.

Wenn der Flug gebucht und das Visum im Pass (und idealerweise noch ein bisschen Geld auf dem Konto) ist, kannst du es dabei belassen. Es ist dieses beruhigende Gefühl, dass der Reise jetzt eigentlich nichts mehr im Wege steht. Ich habe aus dem Indien-Desaster gelernt. Den Stress tue ich mir nicht nochmal an. Soviel Plan muss sein. Wenn du zu den ganz Abenteuerlustigen gehörst, dann sind vielleicht Last-Minute-Flüge etwas für dich. Aber Planlosigkeit beim Reisen bedeutet für mich vor allem Vertrauen und ein entspanntes Gefühl. Und das würde sich bei mir beim Pokern um den günstigsten Flug bis zur letzten Sekunde nicht einstellen.

Eine kleine Anmerkung von Denise: Wenn du mit einer Krankheit verreist, so wie ich es mit meiner Erkrankung, Mukoviszidose, es tue, dann musst du dich natürlich um einige, zusätzliche Dinge kümmern, z.B. dass du deine Medikamente für die Reise im Voraus besorgst und krankenversichert bist. Weitere Infos hierzu findest du in meinen Blogposts zum Thema “Reisen mit Krankheit” und in meinem eBook-Kurs, der demnächst erscheint: “Reisen mit Krankheit: Sprenge deine Grenzen.” 

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Einzigartige Reiseerlebnisse: Führung durch die Mangrovenlandschaft an der Südküste in Kenia.

2. Beschränke deine Recherche.

Mich machen Reiseberichte auf Blogs schnell süchtig. All die wunderbaren Fotos und tollen Geschichten. Ich will das auch alles haben und machen! Deshalb ist die Versuchung groß, eine lange Liste mit Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten zusammenzustellen. Und vielleicht schon eine entsprechende Reiseroute zu entwerfen. Und dann auch gleich ein paar Daten zu vermerken, wann ich was unternehmen möchte. Und so einfach steht der Reiseplan. Und Enttäuschungen sind gleich mit eingeplant. Denn die Reise von jemand anderem kann ich nicht wiederholen. Viel schöner und eindrücklicher wird es, wenn ich meine eigene Reise mache und meine eigenen Wege gehe. Die tun sich aber oft erst vor Ort auf.

Also verschaffe ich mir maximal einen Überblick darüber, was möglich wäre. Und dann schließe ich schweren Herzens Instagram und die dreißig anderen Tabs und freue mich auf meine eigene Reise.

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen auf Reisen ist das Verlaufen. Ich bin ziemlich gut darin. (Ich habe das sogar auf dem Jakobsweg geschafft, wo alle jeden Tag immer auf dem einen Weg in die eine Richtung gehen.) Gleich an einem der ersten Tage lasse ich den Reiseführer in der Unterkunft, gehe einfach los und erlebe wunderbare Dinge.

 

3. Erforsche deine Erwartungen.

Mal ganz konkret: Was erwartest du von deiner Reise? Was glaubst du, wie es in deinem Reiseland so ist? Nimm dir für diese Frage Zeit – und idealerweise auch Stift und Papier. Schreibe alles auf, was dir spontan in den Sinn kommt.

Was befürchtest du? Wovor hast du vielleicht sogar Angst? Sei ehrlich zu dir selbst und notiere deine Zweifel.

Was glaubst du über dein Reiseland zu wissen? Es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber wenn du deine Erwartungen, Vorurteile und Ängste aufschreibst, werden sie plötzlich greifbar. Du musst diese unbestimmten Gefühle irgendwie in Worte fassen. Dabei kannst du es auch belassen. Lass den Zettel – und damit auch alle Erwartungen und Befürchtungen, einfach zu Hause und trete deine Reise offen und frei an. Oder du gehst noch einen Schritt weiter und hinterfragst die notierten Punkte: Woher kommen deine Erwartungen? Lassen sich deine Vorurteile wirklich bestätigen? Und sind deine Ängste berechtigt?

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An der Seite des Lake Victoria, die Touristen unbekannt ist, bekam Laura Einblick in den Alltag der Fischerleute – und natürlich frischen Fisch zum Probieren.

4. Besuche Freunde.

Oder Freunde von Freunden von Freunden. Oder potentielle Freunde. Je näher du an den Menschen bist, desto weniger Plan brauchst du. Da bieten sich Homestays, Couchsurfing und dergleichen an. Oder eine Bekanntschaft aus einer Facebook-Gruppe. Für mich ergeben sich die meisten Reiseziele inzwischen dadurch, dass ich irgendwo eine Freundin habe, die ich besuchen möchte, oder ein Freund gerade in einem bestimmten Land studiert oder arbeitet. Wenn ich selbst Besuch bekomme, denke ich mir auch ein nettes Programm aus, und so ergeht es mir als Gast ebenfalls. Lass dich in die Kneipe um die Ecke mitnehmen. Geh in die lokale Bibliothek. Besuche einen Gottesdienst oder eine Feier mit deinen Gastgebern. Solche Dinge ergeben sich vor Ort und im Kontakt mit Menschen. Schade wäre es, wenn du vor lauter Plan keine Zeit für solche Eindrücke hättest.

 

5. Nimm dir Zeit.

Bleibe lieber länger an einem Ort. Rausche nicht in Windeseile durch ein ganzes Land oder gar einen Kontinent. Was würde passieren, wenn du krank wirst, deinen Zeitplan nicht einhalten und deine Liste nicht abhaken kannst? Große Enttäuschung! Baue stattdessen viel Puffer in deinen Plan ein, wenn du überhaupt einen machst. Nach Ankunft und vor Abflug jeweils mindestens zwei oder drei Tage. Und jeder dritte Tag sollte einer sein, an dem du dir nichts vornimmst. Zumindest in Deutschland noch nicht. An diesen “freien” Tagen kannst du dich auch einfach mal ausruhen, deine Blasen verpflastern, Wäsche waschen, Tagebuch schreiben. So tankst du Kraft, um die restlichen Tage mit Programm voll auszukosten und aktiv zu genießen. Dadurch kommst du auch nicht völlig erschöpft und erkältet wieder in Deutschland an. Und du hast außerdem Zeit für Erlebnisse, die sich spontan vor Ort ergeben, und genügend Spielraum für Änderungen im Reiseplan.

Planloses Reisen lehrt Vertrauen. Du musst dich einfach darauf verlassen, dass schon alles gut werden wird. Dass du eine Unterkunft finden wirst, auch wenn du sie nicht vorher organisierst. Dass du schon zu deinen Insta-Momenten kommen wirst, auch wenn diese ganz anders ausfallen werden, als erwartet. Und dass du schon klarkommen wirst, auch wenn du Taucherbrille, Trekkingflasche, Lockenstab und Ersatzradiergummi nicht ins Gepäck packst.

Lass deine Angst, etwas zu verpassen, einfach zu Hause und genieße die Reise ohne Plan. Glaub mir, sie birgt unerwartete Schätze für dich. Sie wird magisch!

 

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei dir bedanken, liebe Laura, dass du deine Gedanken, Erkenntnisse und Erfahrungen mit uns geteilt hast. ♥︎

 

Wie sieht das bei deinen Reisen mit der Planung aus? Planst du gern jedes einzelne Detail oder lässt du alles einfach auf dich zukommen? Teile deine Erfahrungen und deine Meinung in den Kommentaren! 

 

Über Laura

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Laura pendelt mit ihrer Familie zwischen Kenia und der Welt. Sie glaubt fest daran, dass Achtsamkeit und Ehrlichkeit über eigene Vorurteile die Reiseerfahrung nur vertiefen. Auf “Mind Set Travel” inspiriert sie mit ihren authentischen Geschichten. In ihrem Kurs VorFreudeBereitung hilft sie dir, deine nächste Reise ganz entspannt und verantwortungsbewusst zu planen. Du findest Laura außerdem auf Facebook und Instagram, wo sie aktuelle Bilder und inspirierende Geschichten teilt!

 

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