26 Aug, 2019

Das Reisen als Lebenseinstellung: Was das Reisen für mich bedeutet

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26 Aug, 2019

Travelous Mind“: Als ich 2016 den Blog launchte, war es das Reisen, was mich am meisten inspirierte. Beim Reisen tankte ich Kraft, Inspiration und neuen Mut. Auf Reisen fühlte ich mich am meisten mit mir selbst und der Welt verbunden, fühlte mich frei, ungebunden, als läge mir die ganze Welt zu Füßen.


Ich beschloss zu jener Zeit, dass ich mein ganzes Leben nach meiner Leidenschaft ausrichten würde. Es sollte ein Job her, mit dem ich von unterwegs mein Geld als sogenannte „Digitale Nomadin“ mein Geld verdienen konnte. So würde ich orts- und zeitunabhängig von überall auf der Welt arbeiten können, ich würde nur meinen Laptop brauchen und eine stabile Internetverbindung. Und nach einigen Jahren war es dann auch soweit – ich konnte mich als selbständige Cutterin und Blogassistentin selbstständig machen und zog auf meine ersten Reisen los, auf denen ich gleichzeitig arbeiten konnte. Ich startete außerdem ’Travelous Mind’ und begann, über das Reisen zu schreiben und Travelvideos zu produzieren.

So dankbar ich dafür bin, dass mich der Weg dorthin geführt hat, wo ich hin wollte und so stolz ich auch auf diese Erfolge bin, so lerne ich jetzt auf dieser Reise durch Südamerika im eigenen Van, dass ich in diesem Prozess ironischerweise genau das aus den Augen verloren habe, was mich zu alledem angetrieben hat:

Meine Freude am Reisen.

 

Das Reisen als Lebenseinstellung: Was das Reisen für mich bedeutet

In diesem Zusammenhang und mit dieser Realisierung, habe ich all meine Tätigkeiten mal in den letzten Wochen niedergelegt und habe mich wieder voll und ganz auf die Reise selbst und auf mich selbst „konzentriert“.

Hier auf der Reise lerne ich wieder, mit all meinen Sinnen zu leben. Ich realisiere erneut, wie sehr ich das Reisen liebe – das ziellose Herumlaufen durch einen neuen Ort, das Treffen auf neue Menschen, ihnen zuhören und mich für sie öffnen und das Eintauchen in neue Kulturen. Für mich der Inbegriff des Lebens im Hier und Jetzt.

Und ich lerne auch, dass das, was wir auf Reisen lernen und die Art, wie man auf Reisen lebt, auf das alltägliche Leben übertragen werden kann. In diesem Post möchte ich ein paar Gedanken dazu mit dir teilen und dir zeigen, was ich damit meine, wenn ich sage, dass das Reisen eine Lebenseinstellung ist.

 

Das Reisen als Lebenseinstellung: Was das Reisen uns für’s Leben lehren kann

 

Mit allen Sinnen leben

Für mich ist Reisen viel mehr als nur das Betrachten der Welt und seinen Orten, die als die schönsten, atemberaubendsten oder interessantesten gelten. Es geht viel mehr um das Fühlen und um das Erleben.

Es geht darum, sowohl die Welt aus eigenen Augen zu betrachten, uns aber auch von den Weltansichten der Menschen, die wir unterwegs kennenlernen, leiten und inspirieren zu lassen. Es geht ums lauschen und zuhören – dem Puls einer Stadt, den Gedanken der Einheimischen, ihrer Musik, ihren Geschichten. Mit ihnen zusammen sowohl ihre Ängste, als auch ihre Hoffnungen fühlen.

Es geht darum, sich zu bemühen, andere zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen.

 

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Auf Reisen und im Leben möchte ich immer wieder mit allen Sinnen erleben.

 

Sein „Plätzchen” finden

Auf Reisen geht es darum, jene Orte zu finden, die uns auf einer tiefen Ebene inspirieren, anstatt eine Bucketliste von Orten abzuarbeiten, die man gesehen haben „sollte“ oder „muss“. Es geht darum, seine persönlichen Herzensorte zu finden, Plätze, an denen man sich verbunden fühlt mit Land und Leuten.

Und auch im Leben geht es darum, sein „Zuhause“ zu finden. Den Ort, wo wir uns persönlich wohlfühlen. Und dabei geht es eben darum, sich nicht von außen vorschreiben zu lassen, wo dieses „Zuhause“ sein soll oder wo der persönliche Weg uns hinführt oder uns dabei an anderen zu messen, sondern uns von unserem Herzen zu diesem Ort leiten zu lassen.

 

Sich Tag für Tag neu einlassen und sich öffnen

Eine der Dinge, die ich auf Reisen immer wieder neu lerne, was im Alltag schnell in Vergessenheit gerät, ist dass wir uns jeden Tag neu entscheiden können, uns auf diesen einzulassen und uns für alles zu öffnen, was uns möglicherweise begegnet. Das ist, was ich von Anfang an am Reisen liebte: Jeden Tag aufzustehen und keinen blassen Schimmer zu haben, was an jenem Tag passieren würde.

Und diese Einstellung können wir auch im Alltag anwenden. Indem wir unseren Radius öffnen und die Augen offen halten, statt nur auf unser Smartphone zu starren und in den immerselben Gedankenkarussels zu verharren und indem wir daran glauben, dass alles möglich ist. Denn oftmals entgehen uns die spannendsten Chancen, Begegnungen und magischen Momente, weil wir in einem bestimmten Muster stecken und uns nicht aus unserer Komfortzone heraus bewegen wollen.

Wie du dein Herz öffnen kannst auf Reisen, kannst du in diesem Blogpost über meine Zeit in Marokko lesen.

 

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‘Reisen als Lebenseinstellung’ bedeutet: Sich immer wieder für neue Erfahrungen und Erlebnisse öffnen.

 

Die Welt als Ganzes betrachten

In „Die Kunst des Müßiggangs“ * beschreibt Hermann Hesse eine der Arten und Weisen, wie das Reisen unser Leben bereichert:

„Die Poesie des Reisens liegt (…) im Erleben, das heißt im Reicherwerden, im organischen Angliedern von Neuerworbenem, im Zunehmen unseres Verständnisses für die Einheit im Vielfältigen, für das große Gewebe der Erde und Menschheit, im Wiederfinden von alten Wahrheiten und Gesetzen unter ganz neuen Verhältnissen.”

Durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir sammeln, indem wir neugierig bleiben und bestreben, die Welt zu verstehen, erkennen wir Gesamtzusammenhänge, die sonst vielleicht nicht so offensichtlich sind. Wir verstehen uns selbst nicht als „getrennt“ von der restlichen Welt und wissen, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind. Wir sehen Gemeinsamkeiten, statt Differenzen, erleben geteiltes Glück und geteiltes Leid, sehen den gemeinsamen Nenner zwischen uns allen und erkennen uns als untrennbaren Bestandteil der Natur.

Um das zu erkennen, braucht es aber tatsächlich noch nicht mal das Reisen – wenn wir den Blick nach innen wenden, wissen wir eigentlich schon tief in uns drin, was es bedeutet, mit allem verbunden zu sein.

Einige meiner Lieblingsbücher findest du übrigens hier in dem Blogpost.

 

Sich in Dankbarkeit üben

Speziell auf Reisen fällt es mir immer wieder auf: Wenn ich in anderen Ländern sehe, wie es jemandem ergehen kann, der die selbe Erkrankung hat wie ich, kann ich gar nicht glauben, was für ein Privileg es ist in Deutschland geboren zu sein. Auch, wenn bei uns längst nicht alles einwandfrei funktioniert und natürlich trotzdem viel Ungerechtigkeit herrscht, so haben wir mit eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Und auch in anderen Bereichen, gerade wenn es um Menschenrechte und persönliche Freiheit geht, sind wir besser dran als die meisten.

Was das für uns als Individuen bedeutet?

Wir können uns arg glücklich schätzen. Wie ich nur an meinem Beispiel erläutern kann, hätte ich beispielsweise längst nicht mein jetziges Alter erreichen können, wenn ich zum Beispiel in Peru, dort wo ich derzeit bin, geboren wäre (wo die durchschnittliche Lebenserwartung mit Mukoviszidose bei etwa 14 Jahren liegt anstatt bei etwa 45 Jahren, wie bei uns).

Mehr über Mukoviszidose und das Leben mit der Krankheit erfährst du in diesem Blogpost.

Diese Dankbarkeit müssen wir aber nicht erst erfahren, wenn wir auf Reisen gehen, auch wenn es natürlich immens dabei hilft, mit eigenen Augen zu sehen, wie es anderswo sein kann. Dankbarkeit ist eine Sache des Mindsets und auch wenn es nicht immer einfach ist, so können wir doch immer versuchen, das Positive zu sehen und Dankbarkeit zu praktizieren.

 

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Sich immer wieder in Dankbarkeit üben – für all die Geschenke, die das Leben für uns bereithält.

 

Lernen und wachsen

Mittlerweile ist eines der wichtigsten Aspekte meines Lebens das persönliche Wachstum. Ich gebe mich bewusst in Situationen, von denen ich weiß, dass sie mir dabei helfen, etwas zu lernen und zu wachsen. Das bedeutet auch, mich manchmal ziemlich großen Ängsten zu stellen oder mich weit aus meiner Komfortzone hinaus zu begeben. Denn nicht zu lernen und nicht zu wachsen, bedeutet für mich persönlich nichts anderes als Stagnation und wenn ich stagniere, lebe ich nicht mehr aktiv, sondern existiere nur.

Es gibt immer und überall Gelegenheiten, etwas neues zu lernen, sich unbekannten Situationen zu stellen, neue, bereichernde Erfahrungen zu sammeln und vor allem auch aus den schwierigen Zeiten und den Struggles zu lernen und stärker zu werden – ob auf Reisen oder im Leben.

 

Das Reisen als Lebenseinstellung: Wie ich heute lebe und reise

Heute hat für mich das Reisen einen höheren Stellenwert denn je, doch damit meine ich nicht das Hüpfen von A nach B und C, sondern eben so zu leben, wie ich reise.

Das Reisen als Lebenseinstellung zu betrachten, bedeutet für mich also, aktiv und mit allen Sinnen zu leben, zu lernen und zu wachsen mit jeder neuen Situation und Herausforderung, mich in Dankbarkeit zu üben und die Welt als großes Ganzes zu betrachten und mich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen.

Mittlerweile weiß ich, dass ich nicht gut multitasken kann – das konstante Reisen und in Bewegung sein, währenddessen arbeiten und versuchen, alles unter einen Hut zu kriegen, ist weniger für mich, als es vielleicht mal der Fall gewesen ist. Ich weiß nun, dass ich mich lieber diesem oder jenem hingebe und mich der jeweiligen Sache dabei voll und ganz widme. Das bedeutet für mich, phasenweise auf Reisen zu gehen, um mich immer wieder mit neuer Inspiration vollzutanken.

Dabei ist es mir allerdings auch wichtig, ein Zuhause zu haben, zu dem ich gern zurückkehre. Ein Herzensort, wo ich gern meine Zeit verbringe und mich all den Dingen und Projekten hingeben kann, die mir wichtig sind. Wo ich Raum habe, mich, vor allem kreativ, zu entfalten und auch, wo es mir gesundheitlich am besten geht, wie zum Beispiel am Meer.

Also bin ich noch auf der Suche und weiß dabei aber, dass mein Reiseherz mich dabei immer begleitet und führt. Und hier und da wird immer Raum sein für eine tatsächliche Reise an neue und alte Herzensorte.

 

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Ich bin weiterhin auf der Suche – nach dem Plätzchen, das ich “Zuhause” nennen kann.

 

Ich freue mich über dein Feedback: Was hältst du davon, das Reisen als Lebenseinstellung zu betrachten? Bedeutet das Reisen für dich etwas ähnliches oder was bedeutet es für dich?

 

Das Leben passiert für dich – Meine Geschichte

Wenn du gern die ganze Geschichte erfahren möchtest, die hinter alledem steckt, kann ich dir mein Buch „Das Leben passiert für dich – Mit Mukoviszidose und Rucksack um die Welt“ ans Herz legen. Dort erzähle ich von meinen Reisen, meinem Weg zum digitalen Nomadentum und meinem Leben mit der chronischen Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Das Buch, Hörbuch oder eBook kannst du dir auf meiner Seite daslebenpassiertfuerdich.de bestellen. Die Kindle Version gibt es auch hier bei Amazon*.

 

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