11 Sep, 2017

Self-Publishing für Anfänger, Teil 1: Warum Self-Publishing?

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11 Sep, 2017

Im März diesen Jahres schlug die Idee wie ein Blitz bei mir ein. Die Realisation, dass ich gern ein Buch schreiben würde, war nicht neu, dennoch war sie bisher nie ein fester Entschluss gewesen, sondern eher ein Traum von „irgendwann mal..“. Ich stürzte mich also in mein Vorhaben, arbeitete so viele Stunden wie in meinem Leben noch nicht und im Juni diesen Jahres war das Werk dann vollbracht- das Buch war geschrieben. Und auch wenn ich mich schon beim Schreiben des Buches nach und nach mit dem Thema der Veröffentlichung beschäftigt hatte, legte ich erst dann meine nächsten Schritte fest. Vor einigen Wochen konnte ich dann den Druck des Buches durch eine Crowdfunding- Kampagne erfolgreich finanzieren. Im Oktober wird das Buch, „Das Leben passiert für dich – Mit Mukoviszidose und Rucksack um die Welt“ online erhältlich sein.

In diesem Blogpost möchte ich dir gern erzählen, welche Vor- und Nachteile das Self-Publishing gegenüber dem klassischen Veröffentlichen mit einem Verlag hat und warum ich mich für diese Variante entschieden habe. In den zwei weiteren Blogposts dieser 3-teiligen Serie zum Thema Self-Publishing werde ich dir dann einiges zum Schreibprozess, der Veröffentlichung, sowie Marketing und vielem mehr erzählen. Wenn du also den Wunsch hast, dein eigenes Buch zu schreiben und dich fragst, wie du dein Buch dann an den Mann bringen kannst, bist du hier genau richtig.

Hier gelangst du zu Teil 2 dieser Blogserie, in dem es um das Schreiben deines Buches geht.

 

Self Publishing für Anfänger: Warum Self-Publishing?

 

Die Vorteile des Self-Publishings

Flexibilität und Entscheidungsfreiheit

Für mich persönlich war dies eines der wichtigsten Kriterien für meine Entscheidung, ob ich mit einem Verlag publizieren oder selbst verlegen möchte. Mir war sehr wichtig, dass ich meine Geschichte so erzählen konnte, wie ich es wollte und auch dass ich über das Design, das Cover und den Titel bestimmen konnte. Diese Freiheit und Flexibilität wäre mit einem Verlag mit größter Wahrscheinlichkeit nicht gegeben, da die Verwertungsrechte deines Textes mit Vertragsunterzeichnung an den Verlag abgegeben werden und du danach nur noch wenig Mitspracherecht hast. Beim Self-Publishing kannst du jeden einzelnen Schritt und jeden Aspekt deines Buches selbst bestimmen.

 

Seine eigene Zielgruppe kennen

Natürlich kann man mit einem Verlag eine viel größere Reichweite erzielen, dennoch heißt es nicht, dass dies wirklich der Fall sein wird und es ist auch kein Garant dafür, dass dieses große Publikum Interesse an deiner Geschichte haben wird. Da ich, speziell aufgrund meines Blogs, schon wusste, wer meine Zielgruppe ist, war ich auch im Klaren darüber, wen ich mit meiner Geschichte erreichen wollte. Bei meinem Thema war es mir wichtig, nicht unbedingt eine große Masse an Menschen anzusprechen, sondern diejenigen zu erreichen, die wirklich von meiner Message profitieren können.

Tipp: Solltest du dein Buch im Eigenverlag veröffentlichen, ist ein Blog sehr hilfreich, um im Voraus mehr über deine Zielgruppe zu erfahren. Nicht nur das: Du lernst auch, welche Themen und Texte gut beim Leser ankommen, wer deine Leser sind und was sie ausmacht und du hast natürlich im Zuge der Veröffentlichung deines Buches schon eine Platform, über die du Menschen erreichen kannst.

 

Höherer Gewinnanteil

Der Eigenanteil (die sogenannte Tantieme) kann beim Self-Publishing deutlich höher ausfallen als es bei einer Veröffentlichung mit einem Verlag der Fall wäre. Solltest du mit einem Verlag publizieren wollen, erhältst du im Schnitt einen Anteil von nur etwa 5-15% des Gewinns- eher traurig, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit man in das Schreiben des Buches gesteckt hat. Finanziell lohnt es sich also schon, nach Alternativen zu suchen. Allerdings darf man auch hier nicht zu blauäugig an die Sache herangehen, denn wer z.B. sein gedrucktes Buch über Amazon verkaufen möchte, gibt schon etwa 55% des Nettoverkaufspreises an Amazon ab. Hier hat man natürlich eine ganz tolle Plattform für sein Buch, zieht man allerdings noch die Produktionskosten ab, fällt der Gewinn sehr klein aus. Die Höhe des Gewinns hängt beim Self-Publishing von vielen verschiedenen Faktoren ab, dennoch wirst du in den meisten Fällen trotzdem besser wegkommen als mit einem Verlag. (Auf dieses Thema gehe ich in Teil 3 dieser Blogserie nochmal tiefer ein.)

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Mir persönlich haben verschiedene Darstellungsweisen meiner Aufgaben sehr geholfen- hier der Zeitstrahl mit meinen To-Dos.

Zeitersparnis

Natürlich kann ich nicht aus Erfahrung sprechen, wenn es um die Veröffentlichung mit einem Verlag geht, dennoch bin ich bei der Recherche auf so einige Erfahrungsberichte gestoßen, die besagen, dass das Finden eines Verlages Ewigkeiten dauern kann, insofern sich ein Verlag überhaupt für das eingesendete Exposé interessiert. Es vergehen also Monate des Nichtstuns, während man beim Self-Publishing alles selbst in die Hand nehmen könnte. Und auch wenn der Arbeitsaufwand beim Self-Publishing sehr hoch ist, spart man dennoch Zeit, weil man nicht auf die Zu- oder Absage von Verlagen angewiesen ist.

 

Der Lernfaktor

Sich in dieses Thema komplett einzuarbeiten hat mir persönlich sehr viel gebracht, um ein tieferes Verständnis für die Welt des Bücherverlegens und auch für das Thema Marketing zu bekommen. Für mich war allerdings die wertvollste Erfahrung, besonders auf persönlicher Ebene, die Crowdfunding Kampagne, die ich gestartet habe, um den Buchdruck zu finanzieren. Es hat mir ein tiefes Gefühl der Verbundenheit verliehen und mir gezeigt, was man mit der Hilfe vieler Menschen (und auch weniger Menschen, wie zum Beispiel meinen Liebsten) alles erreichen kann und das ist wirklich ein tolles Gefühl. Auch wenn du ein Mensch bist, der glaubt, alles allein erreichen zu können, wirst du spätestens dann lernen, dass du nur so stark bist, wie das Netz an Menschen, das dich hält.

 

 

Die Nachteile des Self-Publishings

Der sehr hohe Arbeitsaufwand

Ich möchte ganz ehrlich mit dir sein- was den Arbeitsaufwand anbelangt, der mit dem Self-Publishing einhergeht, habe ich mich von vornherein komplett verschätzt. Zu Beginn bin ich davon ausgegangen, dass das Schreiben des Buches etwa die Hälfte der Arbeit ausmachen würde. Rechnet man allerdings, neben allen anderen Schritten, die das Self-Publishing erfordert, die Zeit ein, die ich gebraucht habe, um alle nötigen Informationen zu sammeln, stellte das Schreiben des Buches an sich allein nur etwa einen Zehntel des kompletten Arbeitsaufwandes dar. Hier habe ich plötzlich verstanden, warum ein Verlag einen so großen Anteil der Tantieme einbehält- das Verlegen eines Buches nimmt verdammt viel Zeit und Arbeit in Anspruch!

Natürlich habe ich auch eine recht aufwändige Variante gewählt (Crowdfunding Kampagne zur Finanzierung, Druck des Buches statt nur als E-Book, usw.), dennoch sollte man den Aufwand an Zeit und Arbeit hier nicht unterschätzen. Entscheidet man sich beispielsweise dafür, das Buch nur als E-Book anzubieten, ist der Aufwand natürlich wesentlich geringer. Überlege dir also, welche Aspekte dir wichtig sind und bedenke dabei die Menge an Zeit, die du dafür verwenden wirst.

Hier eine kleine Übersicht meiner groben To-Dos. Wie du siehst, macht das Schreiben des Buches beim Self-Publishing nur einen Bruchteil der ganzen Arbeit aus.. (man bedenke natürlich, dass die Punkte alle verschiedene Mengen an Zeit aufwenden)

Eine Riesenmenge Eigenverantwortung

Beim Self-Publishing musst du sehr viele Dinge beachten. Zunächst ist es sehr schwer, all die nötigen Infos beisammen zu kriegen, da ich zumindest kein Buch oder ähnliches gefunden habe, wo alle Infos auf einen Schlag enthalten waren. Dadurch musste ich eigenständig auf die Suche gehen nach all den Infos, musste viel telefonieren und so weiter. Eigenverantwortung trägst du auch in Hinsicht auf die Formalitäten des Buches. Du brauchst eine ISBN Nummer, musst dich darum kümmern, dass dein Buch rechtskonform ist (z.B. hinsichtlich Persönlichkeitsrecht, Bildrecht, Buchpreisbindung usw.), suchst eigenhändig die für dein Projekt passende Druckerei und so weiter. Dadurch dass man nicht das ganze Know-How eines Verlages hat, tappt man hier und da einfach im Dunkeln, wodurch die Chance mal auf die Schnauze zu fallen, nicht ganz gering ist. Hier muss man seinen Perfektionismus auch mal loslassen und über sich selbst lachen können- du wirst nicht alles auf Anhieb perfekt machen und das ist auch OK so!

 

In Vorkasse gehen

Mit einem Verlag ist es üblicherweise so, dass die Bezahlung erst erfolgt, nachdem der Verlag die ersten Einnamen verzeichnet hat- teilweise viele Monate später- und als Neuautor erhält man selten einen Vorschuss vom Verlag. Beim Self-Publishing ist auch keinerlei Sicherheit geboten und du musst teilweise oder ganz in Vorkasse gehen, zumindest wenn du das Buch drucken lassen möchtest. Den Druck meines Buches kann ich nun aufgrund der Crowdfunding Kampagne, die ich gestartet habe, finanzieren, dennoch gab es so einiges, das ich im Voraus zahlen musste, wie z.B. die ISBN-Nummern, das Lektorat oder die Titelschutzanzeige.

Tipp: Wenn du dein Buch drucken lassen möchtest, gibt es Alternativen, wie zum Beispiel „Print on Demand“-Services, wie bei epubli. Hier wird dein Buch immer erst gedruckt, wenn eine Bestellung eingeht. Du hast also kaum Investitionskosten, dafür ist jedes Exemplar natürlich teurer als ein Exemplar, das du in Auflage druckst.

 

Fazit

Ich persönlich bin sehr froh, dass ich mich für das Self-Publishing entschieden habe. Selbst wenn der Arbeitsaufwand sehr hoch war, ist das Buch „Das Leben passiert für dich“ dennoch nun „mein Baby“, dadurch, dass ich selbst ein so großes Bestimmungsrecht hatte. Wenn du dein Buch im Self-Publishing rausbringst, bekommst du, wie ich glaube, einen ganz besonderen Bezug zu deinem Buch. Natürlich habe ich nicht den Vergleich und weiß nicht, wie es mit einem Verlag gelaufen wäre und auch kann ich nur von den tollen Resonanzen auf das Buch innerhalb des Crowdfunding Projektes ausgehen und weiß nicht, wie das Buch im Oktober auf dem Markt angenommen werden wird, jedoch bin ich allein für den bisherigen Prozess und all die Learnings unendlich dankbar. Und so wird der Aufwand bei potentiellen, weiteren Büchern umso geringer, wenn man den Prozess einmal durchgemacht hat. 😉

 

Ressourcen

Zum Self-Publishing allgemein
– „Self-Publishing für Einsteiger“ von Carina Hermann von 180Grad: Hier habe ich immer wieder nützliche Infos erhalten, speziell zum Marketing, zum Handling von Schreibprogrammen und Social Media.
Die Self-Publisher-Bibel: Hier findest viele Tipps zum Self-Publishing: besonders geeignet, wenn du ein E-Book rausbringen möchtest.
– „Buch & E-Book im Eigenverlag publizieren: Eine Selfpublisherin teilt ihre Tipps, Tricks und Erfahrungen“ von der Siebenbücherfrau: Das umfassendste Werk, das ich zum Thema finden konnte. Sehr hilfreich und voller wertvoller Tipps zum Thema Recht, Formaten, Amazon und mehr.

Zum Crowdfunding
Robert Gladitz Youtube Channel: Seine Videoserie zum Crowdfunding hat mir bei meiner Kampagne unglaublich geholfen!

Verlage
Die Schreibtrainerin: Solltest du dich eher für das Veröffentlichen mit einem Verlag interessieren, findest du hier unter anderem tolle Tipps zum Thema Verlage suchen, anschreiben und mehr.

 

Hast du vor, dein eigenes Buch zu veröffentlichen? Oder hast es bereits schon mal getan? Hast du Erfahrungswerte zum Thema Self-Publishing oder zum Veröffentlichen mit einem Verlag? Im nächsten Teil dieser 3-teiligen Blogpostserie wird es um das Schreiben deines Buches gehen und wie du den für dich optimalen Schreibprozess findest! Schau also am Besten immer mal wieder auf meinem Blog vorbei oder folge mir auf Facebook. 😉

 

Weitere Blogposts zum Thema:

 

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