18 Sep, 2017

Self-Publishing für Anfänger, Teil 2: Das Buch schreiben

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18 Sep, 2017

Du spielst schon lange mit dem Gedanken, dein eigenes Buch zu schreiben, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst, geschweige denn, wie du das Buch hinterher an den Mann bringen sollst? Ich möchte dir mit dieser 3-teiligen Blogserie zum Thema „Self-Publishing“ einige Tipps mit an die Hand geben, die dabei helfen sollen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Im ersten Teil dieser Blogserie habe ich erläutert, welche Vor- und Nachteile das Self-Publishing mit sich bringt. Heute möchte ich gern auf den eigentlichen Schreibprozess zu sprechen kommen, wie ich an das Schreiben meines Buches „Das Leben passiert für dich“ rangegangen bin und wie du all die Ideen, die bislang in deinem Kopf waren, zu Papier bringen kannst.

Ein kleiner Disclaimer: Ich bin keine Bestseller-Autorin oder sonstiges und gebe hier lediglich Tipps und Hinweise, die mir persönlich beim Schreiben meines Buches, das erfolgreich über Crowdfunding finanziert wurde und am 23. Oktober erscheinen wird, geholfen haben. Dieser Blogpost soll als Inspiration und Erfahrungsbericht dienen.

 

 

Self-Publishing für Anfänger: Das Buch schreiben

 

Zu Beginn

Bevor du dich in das Thema „Self-Publishing“ hineinstürzt und dir schon, ehe du überhaupt das Buch geschrieben hast, genau überlegst, wie du das Buch vertreiben möchtest, würde ich dir empfehlen, dich zunächst voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Das Wichtigste ist, dass du dein Herz und deine Seele in das Buch hinein fließen lässt- wie (und ob) du hinterher mit deinem Werk Geld machst, kannst du dir immer noch überlegen.
Wenn du möchtest, kannst du dir natürlich schon im Laufe des Schreibprozesses überlegen, ob du überhaupt daran interessiert bist, dein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen oder ob du die Veröffentlichung lieber einem Verlag überlassen möchtest, damit du dich ggf. schon auf die Mehrarbeit einstellen kannst. Die Vor- und Nachteile des Self-Publishings habe ich hier beschrieben.

 

Kenne dein Warum

Was ist deine Motivation, dieses Buch zu schreiben? Willst du Menschen mit einer bestimmten Botschaft erreichen? Möchtest du dein Wissen mit der Welt teilen? Machst du es für dich, entweder aus Spaß oder zum Beispiel, um alte Wunden zu heilen? Was auch immer es ist: Werde dir darüber bewusst, was deine Motivation ist. Diese sollte möglichst stark sein, denn sonst wird es dir wahrscheinlich ziemlich schwer fallen, dich immer wieder zu motivieren und am Ball zu bleiben. Tue es vor allem nicht des Geldes wegen, denn 1. wird das kein nachhaltiger Motivator sein und 2. wirst du mit deinem Buch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein Millionär werden.

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Kenne dein Warum: Du wirst extrem viel an deinem Buch sitzen und viel Herzblut hineinstecken- es ist also wichtig, dass du dir im Klaren darüber bist, warum du das tust, was du tust.

 

Brainstorming

Als Allererstes kommt zumindest bei mir immer das Brainstorming dran, das heißt, ich schreibe alles auf, was mir einfällt: Alle Ideen, die dir hinsichtlich deiner Buchidee in den Sinn kommen, ob nun zur Handlung selbst, den Charakteren, Stimmungen oder Dialogen- schreibe alles einfach auf! Hier finde ich es persönlich am besten, alles kreuz und quer handschriftlich auf einem Blanko-Papier zu notieren. Die Reihenfolge oder Zusammenhänge dieser Ideen spielen hier noch keine Rolle, denn es geht vorerst nur darum, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und deine Ideen auf Papier zu bringen. Hier kannst du auch ggf. schon bestehende Notizen rauskramen und dich von diesen inspirieren lassen. Wenn dich das Thema „Kreativität beim Schreiben“ interessiert, schaue dir außerdem gern zusätzlich diesen Blogpost an.

 

Wer? Wie? Wo? Was?

Als nächstes habe ich mir einige Fragen notiert, die mir sehr dabei geholfen haben, mir über die Geschichte meines Buches klarer zu werden. Diese Fragen können natürlich variieren und sind nur Beispiele für potentielle Fragen:

– Um was für ein Buch soll es sich handeln (Sachbuch, Roman, Fiction/Non-Fiction…)?

– Was ist das Ziel meines Buches?

– Soll ich in der Ich-Perspektive oder in der 3. Person schreiben?

– Wer ist die Hauptfigur und wovon handelt die Geschichte allgemein?

– Wie soll mein Text aufgebaut sein?/Soll es viele Dialoge geben?/Möchte ich mit Metaphern arbeiten?/Welche Emotionen sollen beim Leser erzeugt werden?

– Möchte ich z.B. Zeitsprünge einbauen oder verschiedene Erzählstile verwenden?

All diese Dinge musst du natürlich nicht von vornherein festlegen, denn viele Dinge werden sich sowieso während des Schreibens verändern, doch für den Anfang hilft es sehr, eine grobe Vorstellung davon zu bekommen, wie die Erzählung am Ende aussehen soll.

 

Sehr hilfreich fand ich vor allem auch, mir meine allerliebsten Bücher und Autoren vorzuknöpfen und folgende Dinge zu analysieren:

– Was macht diese Geschichte so besonders? Warum räsoniert sie so mit mir? Was gefällt mir besonders gut?

– Durch welche Handlungen/ Erzählstil/ Geschichtsaufbau ist sie geprägt?

Natürlich geht es hierbei nicht darum, seine Lieblingsautoren zu kopieren, sondern sich lediglich von ihnen inspirieren zu lassen, denn oft sagt unser Büchergeschmack so einiges über uns selbst aus und wir erkennen durch diese Fragen, was uns selbst gut gefällt.

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Mir war es eine große Hilfe, die Werke meiner Lieblingsautoren etwas näher anzuschauen und mir darüber klar zu werden, was mir an ihren Werken so gut gefällt.

 

Autobiografisch Schreiben- Eine wertvolle Erfahrung

Wenn du gern deine eigene Geschichte aufschreiben möchtest, kann ich dir schon mal sagen, dass dies eine unglaubliche Erfahrung ist. Es hat in meinem Leben keine Zeit gegeben, in der ich so viel über mich selbst gelernt habe und Ereignisse in meinem Leben so tiefgreifend verstanden habe, wie während des Schreibens meines Buches. Speziell um bestimmte Dinge zu verarbeiten, kann dir dieser Prozess wirklich helfen. Einen sehr interessanten Artikel zum Thema findest du hier.
Wenn du eine autobiografische Geschichte schreiben möchtest und in den letzten Jahren viel Tagebuch geschrieben hast, so wie ich, dann hast du einen großen Vorteil, denn diese Tagebücher können nun zum Einsatz kommen!

Extra-Tipp: Wenn du Tagebücher und sonstige Notizen (z.B. von deinen Reisen) nutzt, versuche die Notizen nicht eins zu eins zu kopieren (außer du markierst diese im Buch z.B. als Tagebucheintrag), sondern versuche dich anhand deiner Notizen (und ggf. auch Fotos oder bestimmter Musik), in die entsprechende Zeit zurückzuversetzen und dann deine Erfahrungen und Gefühle so wiederzugeben, wie du sie vor deinem inneren Auge siehst, bzw. in dir fühlst. So wird deine Geschichte authentischer und du erlebst die schönen Momente, die du wiedergibst, nochmal neu.

 

Das Grundgerüst

Sich eine grobe Struktur überlegen

Nun geht es an das Ordnen all deiner Ideen. Wenn du dir die Handlung deines Buches soweit überlegt hast, kannst du diese nun strukturiert zusammenfassen, indem du

– die komplette Erzählung,

– den Anfang,

– den Verlauf,

– den Höhepunkt

– und das Ende

deiner Story jeweils in einem Satz zusammenfasst. So hast du einen sehr guten Überblick und kennst die wichtigsten Teile deiner Geschichte.

 

Aufteilen in Kapitel

Nach der ersten Strukturierung der Geschichte, habe ich begonnen, das Ganze in Kapitel aufzuteilen. Ich würde diese Kapitel zunächst eher allgemein halten, denn sie werden sich im Laufe des Schreibprozesses eh immer wieder verändern, doch um beim Schreiben einen Gesamtüberblick zu behalten, fand ich diese Kapitel sehr hilfreich. Zu den jeweiligen Kapiteln habe ich mir dann jeweils Notizen zur Handlung gemacht.

Danach geht es an das Füllen dieser Kapitel. Ich habe mich zu Beginn sehr auf die Kapitel fixiert, weil ich gelesen hatte, dass man sonst sehr schnell abschweifen kann, wenn man diese „Grundstruktur“ der Geschichte nicht hat, dennoch habe ich mich hier oft beim Schreiben eingeschränkt gefühlt. Deshalb habe ich nach dem Füllen einiger dieser Kapitel, begonnen, mich einfach nur am Grundgerüst „entlangzuhangeln“ und die Geschichte in chronologischer Reihenfolge niederzuschreiben, um diese dann später in etwas abgeänderte Kapitel wieder einzusortieren. Etwas kompliziert, doch mit dieser Methode bin ich dann ganz gut gefahren. Hier schaust du am besten selbst, womit du gut klar kommst und dich am wohlsten fühlst.

 

Lasse dich nicht entmutigen

Der Schreibprozess kann manchmal nervenaufreibend sein. Du wirst manchmal nicht so recht vorankommen und dich und deinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, vermutlich auch mal in Frage stellen. Lasse dich dabei allerdings nicht entmutigen oder gar komplett von deinem Traum abbringen! Gehe es langsam an und versuche dich nicht an irgendwelchen Regeln festzuhalten. Im Grunde genommen, trägst du alles, was du wissen musst, um dein Buch zu schreiben, schon in dir, also vertraue in dich und in deine Fähigkeiten! Tipps zum Thema Kreativität und wie du beim Schreiben immer wieder Inspiration findest, gebe ich dir übrigens hier.

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Vertraue in dich und lasse dich nicht entmutigen!

Ressourcen

– Elizabeth Gilbert: Liz Gilbert, eine sehr inspirierende Frau, verrät denjenigen, die ein Buch schreiben oder auf sonstige Weise kreativ entfalten möchten, in ihrem Podcast, „Magic Lessons“, sowie ihrem Buch, „Big Magic: Creative living beyond fear„, ganz tolle Tipps!

Die Schreibtrainerin: Hier findest du einen super Einstieg in ganz allgemeine Schreibthemen wie Gliederung, Aufbau einer Geschichte usw.

– In Hanns-Josef Ortheils Buch, „Schreiben über mich selbst: Spielformen des autobiografischen Schreibens“ gibt’s spannende Anregungen zum Thema „Autobiografisch schreiben“

 

Kommende Woche werde ich im dritten Teil dieser Blogserie „Self-Publishing für Anfänger“ auf die Themen Marketing, Organisation, Funding und mehr eingehen. Schau also gern mal rein oder folge mir auf Facebook, um keine Neuigkeiten zu verpassen!

 

Hast du sonstige Tipps für Leser, die ihr erstes Buch schreiben möchten? 

 

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