06 Nov, 2017

Self-Publishing für Anfänger, Teil 3: Dein Buch veröffentlichen

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06 Nov, 2017

Vor 2 Wochen nun habe ich mein erstes Buch „Das Leben passiert für dich- Mit Mukoviszidose und Rucksack um die Welt“ im Eigenverlag veröffentlicht und schon jetzt bin ich total baff über all die wunderbaren Reaktionen und all das schöne Feedback. In den ersten beiden Teilen dieser Blogserie über das Self-Publishing, die ich vor einigen Wochen gestartet habe, ging es darum, warum man überhaupt in Erwägung ziehen sollte, das eigene Buch selbst zu verlegen versus der klassischen Art der Veröffentlichung mit einem Verlag, und wie man überhaupt das Schreiben eines eigenen Buches angehen kann. Wenn du dein geschriebenes Buch auch veröffentlichen möchtest und den klassischen Weg wählst, übergibst du also das von dir geschriebene Buch nun an einen Verlag, insofern du einen Verlag findest, der an deinem Werk interessiert ist und gut zu dir und deinem Thema passt. Beim Self-Publishing jedoch ist die Arbeit mit dem Schreiben des Buches noch lange nicht getan- eher geht hier die Arbeit erst so richtig los.

Da das Thema sehr umfangreich ist, wäre es unmöglich, auf alle Infos in einem Beitrag ausführlich einzugehen. Dennoch möchte ich dir einen groben Überblick geben über all die Dinge, die beim Self-Publishing dazugehören, damit du in etwa weißt, was dich erwartet, wenn du dich für diese Variante entscheidest. Auch wenn es eine ganze Menge Arbeit ist, bin ich der Ansicht, dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen, denn du verdienst in den meisten Fällen nicht nur mehr an deinem eigenen Buch, sondern lernst auch Unmengen dazu. Hier also die Schritte, die du gehen musst, wenn du selbst dein eigenes Buch veröffentlichen möchtest.

Hier kannst du übrigens Teil 1 und Teil 2 dieser Blogserie über das Self-Publishing lesen.

 

Self-Publishing für Anfänger: Dein Buch veröffentlichen

 

Lektorat/Korrektorat

Du hast nun also dein Buch geschrieben, das fertige Werk liegt dir als Datei oder auf Papier vor. Dein Buch lektorieren zu lassen ist ein sehr wichtiger Schritt, den ich persönlich nicht auslassen würde, auch wenn du hier ein wenig Geld in die Hand nehmen musst. Lektoren/Lektorinnen findest du beispielsweise auf Freelancer-Portalen wie z.B. Upwork. Wie viel du für ein professionelles Lektorat/Korrektorat ausgeben musst, kommt auf den Stundenlohn des Freelancers, die Fehlerquote und die Seitenzahl deines Buches an.

 

eBook und/oder gedrucktes Buch?

Am besten überlegst du schon direkt nach Fertigstellung oder während du das Buch schreibst, ob du dein Buch drucken lassen oder lediglich als eBook anbieten möchtest, denn der Buchdruck und alles, was damit verbunden ist, stellt einen großen Zeit- und Kostenfaktor dar. Ein eBook ist die digitale Form eines Buches, das Leser entweder am Laptop, Smartphone, Tablet oder eReader (bspw. Kindle) lesen können. Das eBook kannst du entweder in einem eigenen Online-Shop, über das KDP-Programm von Amazon oder z.B. auf Plattformen wie Epubli verkaufen.

Dein eBook kannst du mit Word erstellen (hier ist es wichtig, mit Formatvorlagen zu arbeiten, um Titel von Fließtext zu differenzieren) und direkt bei KDP hochladen oder du nutzt, wie ich es getan habe, das Programm „Scrivener“. Für das Programm zahlst du zwar einmalig 50€, jedoch haben sich diese Kosten für mich definitiv rentiert, da ich mein gesamtes Buch hiermit geschrieben habe und auch in die verschiedenen eBook-Formate exportieren konnte (sodass ich nicht nur mein eBook bei Amazon verkaufen kann, sondern auch auf meiner Webseite). Amazon Kindle-Reader arbeiten mit dem sogenannten .mobi-Format, alle anderen eReader nutzen .epub. Zum Thema eBook-Veröffentlichung kann ich dir dieses Buch von der Siebenbücherfrau empfehlen.

 

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Auch wenn es über Monate eine riesige Masse an Arbeit war, bin ich unglaublich froh darüber, diesen Weg gegangen zu sein.

 

Organisatorisches

Wenn du dein Buch veröffentlichen möchtest, gibt es so einige Dinge zu beachten:

1. Titelschutz
Wenn du dir einen Titel für dein Buch überlegt hast, ist es eine gute Idee, diesen „reservieren“ zu lassen- ein Muss ist dies allerdings nicht. Eine Titelschutzanzeige gibst du beim MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels) auf. Das geht ganz bequem über die Internetseite des MVB. Der Titelschutz kostet dich einmalig 50€.

 

2. ISBNs und Verlag gründen
Egal, ob du dein Buch drucken lässt oder du ein eBook veröffentlichst, brauchst du eine ISBN-Nummer- und zwar für jede Form des Buches eine! Das heißt: Für jede Auflage deines Buches und für das eBook (und zwar für jede Dateiart, also eine je PDF, .mobi und .epub-Datei) benötigst du eine ISBN Nummer, die du dann im Impressum angibst und beim gedruckten Buch als Barcode auf der Coverrückseite einbaust (einen Barcode kannst du dir z.B. hier kostenlos generieren lassen). Hier lohnt es sich also direkt mehrere ISBNs zu kaufen, diese sind im 10er-Paket auch günstiger und du kannst die ISBNs auch noch lange nutzen, ggf. für weitere Auflagen und Titel. Beim Kauf der ISBNs gründest du quasi automatisch deinen Verlag, indem du deinem Verlag einen Namen verleihst und du bekommst deine eigene Verlagsnummer (die Teil all deiner ISBNs ist).

 

3. Ins Verzeichnis lieferbarer Bücher eintragen lassen
Dein Buch und/oder eBook mit der jeweiligen ISBN ins Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) eintragen zu lassen, ist kein Muss, dennoch lohnt es sich, dies zu tun. So ist dein Buch gelistet und Buchhandlungen können dein Buch bei dir bestellen, wenn ein Kunde danach fragt. Hier zahlst du jährlich einen Beitrag, sowie einen kleinen Beitrag für die Meldung eines Titels (eine Preisliste findest du hier).

 

Rechtliches

Solltest du z.B. wie ich ein autobiografisches Buch schreiben, ist es wichtig, dass du das Persönlichkeitsrecht achtest. Hier reicht es manchmal auch nicht, wenn du nur den Namen der Person änderst, wenn die Person anderweitig klar erkennbar ist. Natürlich ist auch wichtig, dass du das Urheberrecht beachtest- vor allem bei Zitaten und Songtexten musst du aufpassen. Vergiss außerdem bei der Verwendung von Bildern in deinem Buch und beim Cover nicht, dass du die Bildrechte besitzen musst, bzw. die Erlaubnis des Urhebers brauchst und dieser in Bildunterschriften oder im Impressum vermerkt ist. Gute Infos gibt es hierzu ebenfalls in diesem eBook.

 

Design/ Cover

Die Gestaltung deines Covers ist natürlich sehr wichtig, denn dieses entscheidet darüber, ob der Leser sich das Buch überhaupt näher anschauen oder mal reinschnuppern möchte. Es sollte, in Verbindung mit deinem Titel, verkörpern, was du mit deinem Buch aussagen möchtest, zu dir passen und vor allem Interesse erwecken. Bedenke auch, dass wenn du das Buch z.B. als eBook anbietest, es auch im kleinen Format gut aussehen und einen ausdrucksstarken Titel haben sollte, denn gerade in Online-Shops soll dein Buch ja herausstechen.

Für das Design deines Covers und, je nach Art des Inhaltes, auch für das Innenleben deines Buches, lohnt es sich meiner Meinung nach, einen Freelancer zu engagieren. Wenn du Designkenntnisse hast, kannst du die Gestaltung natürlich auch selbst angehen. Ich habe beispielsweise das Design meines Covers zunächst grob entworfen, habe dabei ein Foto verwendet, das speziell zu diesem Zwecke von mir gemacht wurde und einige Designideen gesammelt, um das Ganze dann an eine freiberufliche Designerin weiterzugeben (Die liebe Susanne Kreutzmann hat mein Cover entworfen und ich kann sie von Herzen empfehlen!).

 

Das Buch drucken lassen

Solltest du dein Buch auch gedruckt in den Händen halten und verkaufen wollen, gilt es zu überlegen, ob sich der Mehraufwand und die Kosten sich lohnen, denn auch wenn digitale Inhalte immer beliebter werden, so bleibt das gute alte Buch immer noch die Lieblingsart der meisten Menschen, wenn es um das Lesen geht. Hier werde ich auf einige Punkte eingehen, die du bedenken solltest, wenn du dein Buch drucken lassen möchtest:

 

Print on Demand vs. In Auflage & Eigenverlag drucken lassen

Hier lohnt es sich auf jeden Fall, ein wenig zu recherchieren, denn heutzutage muss man keine riesig hohen Auflagen mehr drucken lassen und mit mehreren tausend Euro in Vorkasse gehen, sondern kann das Buch auch einfach nach Bedarf drucken lassen (Print on Demand, z.B. CreateSpace, BOD, Epubli). So wird ein Buchexemplar erst bei Eingang einer Bestellung gedruckt. Das ist die weniger kostspielige und riskante Variante und eine gute Möglichkeit, vor allem wenn du nicht im Voraus sagen kannst, wie das Buch ankommen wird. Nachteil ist natürlich, dass die Produktionskosten je Buch wesentlich höher sein können (im Gegensatz zum Vertrieb mit einem Verlag dennoch trotzdem hohe Verdienstmöglichkeiten) und man ist hinsichtlich der Gestaltung weitaus weniger flexibel, besonders wenn du auch Bilder mit einbauen möchtest. Aufgrund der niedrigen Gestaltungsmöglichkeiten habe ich mich bei meinem Buch für den Auflagendruck entschieden.

 

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Mir war es wichtig, mein erstes eigenes Buch auch gedruckt in den Händen halten zu können.

 

Im Eigenverlag in Auflage drucken

Das Drucken in Auflage erfordert nochmal einige Arbeitsschritte mehr, denn nun gilt es, eine Druckerei, ggf. einen Ort, wo du die Bücher lagern kannst, und einen Auslieferer zu finden. Außerdem musst du dir überlegen, welche Plattform(en) du nutzen möchtest, um dein Buch zu vertreiben. Durch den Buchdruck entstehen außerdem hohe Kosten, die du im Voraus, also bevor du das Buch tatsächlich verkaufen kannst, tragen musst (während die sonstigen Kosten sich bis hierher nur auf das Lektorat, das VLB und ggf. MVB und Design belaufen haben).

 

1. Eine Druckerei finden
Hier lohnt es sich, sobald du in etwa weißt, wie dein Buch aussehen soll und wieviele Seiten es umfassen wird, einfach bei einigen verschiedenen Druckereien anzufragen und dir Angebote zukommen zu lassen- so kannst du in Ruhe die Preise vergleichen. Natürlich kannst du auch z.B. in der Slowakei sehr günstig drucken lassen, doch war es mir persönlich wichtig, dass die Bücher lokal gedruckt werden und ich somit einen direkteren Austausch mit der Druckerei habe und die Transportwege nicht so weit sind. Du kannst dir dann z.B. auch persönlich vor Ort die verschiedenen Papiersorten und Veredlungen anschauen und somit ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie dein Buch aussehen soll. Lasse dir am besten vor dem Druck der Auflage ein Probeexemplar bzw. ein sogenanntes Ablaufmuster und ein Probedruck des Covers drucken.

 

2. Lagerung und Auslieferung
Mit diesen beiden Punkten habe ich bisher keine Erfahrungen sammeln können, da ich mich bisher selbst um die Lagerung und Auslieferung der Bücher gekümmert habe. Wenn du allerdings nicht die Möglichkeit hast, die Bücher selbst zu lagern, verpacken und zur Post zu bringen oder diese Arbeit nicht auf dich nehmen möchtest, fallen hier natürlich weitere Kosten für externe Auslieferer an.

 

3. Der Verkauf
Verkaufen kannst du dein Buch beispielsweise über einen eigenen Online-Shop (meinen findest du bespielsweise hier), Amazon oder sonstige Online-Anbieter für Bücher oder aber du versuchst, mit deinem Buch in eines der Barsortimente (KNV, Libri & Umbreit) zu kommen. Über ein Barsortiment kommst du dann mit deinem Titel in die Buchhandlungen, verdienst allerdings dann nur noch die Hälfte an Tantiemen, gibst dem Barsortiment also so gesehen 50% Rabatt auf dein Buch. Auch bei Amazon und sonstigen Online-Anbietern gewährst du einen großen Rabatt- hier lohnt es sich also immer, das Ganze einmal durchzurechnen, um zu schauen, was sich lohnt und was nicht.

 

4. Finanzierung
Die große Frage ist nun also: Wie kannst du das Ganze finanzieren, um deinen Traum vom eigenen, gedruckten Buch zu realisieren? Entweder gehst du den ersten, von mir beschriebenen Weg und lässt dein Buch immer auf Anfrage drucken (Print on Demand) oder du findest einen Weg, den Buchdruck zu finanzieren. Wie du vielleicht mitbekommen hast, habe ich hierzu im August eine Crowdfunding Kampagne gestartet, bei der ich den nötigen Betrag dank der vielen, wunderbaren Unterstützer zusammenkriegen konnte. Zum Thema Crowdfunding und Social Media Marketing gibt es hier eine tolle Videoserie von Robert Gladitz, die mir bei der Kampagne sehr geholfen hat.

Natürlich ist es auch möglich, dir diesen Betrag zu ersparen oder auf sonstigem Wege zusammenzukratzen, doch mit der Crowdfunding Kampagne war es mir nicht nur möglich, schon vor der Veröffentlichung des Buches viel Aufsehen zu erregen, sondern auch genauer zu erfahren, wer meine Zielgruppe ist und konnte mit diesen Menschen in Kontakt treten, was mir nicht nur bei der Vermarktung meines Buches hilft, sondern auch auf persönlicher Ebene eine wahre Bereicherung gewesen ist. Es lohnt sich also, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

 

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Vor dem Druck der Auflage von 1000 Stück habe ich mir vorab ein sog. Ablaufmuster und einen Probedruck meines Covers drucken lassen.

 

Marketing

Der Teil, der mir viel mehr Arbeit bereitet hat, als ich erwartet habe, war und ist das Marketing. Nicht nur habe ich Blogger und Podcaster angeschrieben, Social Media Marketing gemacht und auf meinem Blog regelmäßig zur Crowdfunding Aktion und dem Buch gepostet, sondern habe während der Kampagne auch den Großteil meiner Kontakte persönlich angeschrieben. Zudem kommen nun seit der Kampagne auch regelmäßig Interessenten von der Presse auf mich zu und ich gebe so einige Interviews zum Buch. Alles in allem kommt hier also an Arbeit sehr viel zusammen- es lohnt sich allerdings auch!

Beim Marketing für mein Buch habe ich hauptsächlich Facebook benutzt, sowie meinen eigenen Blog, der ein wunderbares Sprachrohr gewesen ist, auch wenn er noch gar nicht so viel Reichweite hat. Traue dich hier, all diejenigen zu kontaktieren, die eine größere Reichweite haben als du und bei denen du glaubst, dass sie bzw. ihr Blog/Podcast zu deinem Buch passen. Wenn deine Buchidee und deine Message gut sind, werden sie schon die richtigen Menschen erreichen- du musst dir nur über deine Message ganz klar sein und wissen, wer deine Zielgruppe ist! Hier gilt es einfach wirklich, kreativ zu werden!

 

Ich hoffe, dass ich dir ein wenig helfen und einen Überblick geben konnte über all die Dinge, die zum Self-Publishing dazugehören. Wenn du Interesse an diesem Thema hast und mehr erfahren möchtest, schreibe mir gern an Denise@travelousmind.com und lass es mich wissen!

 

Wenn du daran interessiert bist, mein Buch „Das Leben passiert für dich – Mit Mukoviszidose und Rucksack um die Welt“ zu bestellen, kannst du das hier unter www.daslebenpassiertfuerdich.de tun.

 

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