11 Mrz, 2017

Tief und achtsam reisen: So geht’s!

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11 Mrz, 2017

Tief und achtsam reisen: Der Titel meines Blogs- doch was bedeutet tief und achtsam reisen eigentlich? Darauf möchte ich in diesem Blogpost gern eingehen. Ich möchte hierbei niemanden belehren oder mit erhobenem Zeigefinger auf irgendwen einreden. Ich möchte lediglich darauf eingehen, was das tiefe und achtsame Reisen für mich persönlich bedeutet und wie auch du diese Art zu reisen, die meiner Meinung nach die nachhaltigste Art ist, umsetzen kannst.

Es gibt verschiedene Arten zu reisen. Doch auf allen Wegen hinterlassen wir unseren Fußabdruck, ob in Form eines Eindrucks auf die Menschen eines Landes, auf einen Ort an sich, die Natur oder auch, wie wir diese äußeren Instanzen in uns aufnehmen. Tief und achtsam zu reisen ist eine Form des Reisens, die am ERLEBEN orientiert ist und nein, damit meine ich keine Erlebnis- oder Abenteuerreisen, sondern ich meine das Erleben mit allen Sinnen, das tiefe Eintauchen in eine Kultur, die stetige Neugier für das Unbekannte und den achtsamen Umgang mit seiner Umwelt.

Manch andere Arten zu reisen sind hingegen eher an kurzweiligen Vergnügen orientiert. Man möchte möglichst viel sehen, viel erleben, viel trinken und essen, gegebenenfalls schottet man sich in seiner Hotelanlage komplett ab und meidet den Kontakt zu Einheimischen, bloß um seinen Urlaub faulenzend am Pool verbringen zu können. All das ist in Ordnung und vielleicht auch Typsache, aber um wirklich zu „reisen“ und vom Land und seinen Leuten einen echten Eindruck zu bekommen, braucht es eine andere Herangehensweise.

Hier also die Punkte, die ich persönlich als am Wichtigsten empfinde, wenn es um das tiefe und achtsame Reisen geht:

 

Tief und achtsam reisen: Was das bedeutet

Sich öffnen

Meiner Meinung nach der wichtigste Punkt, auf den ich immer wieder hinweisen muss: Das eigene Mindset! Denn wer sich schon, von Vorurteilen belastet, in ein Reiseland begibt und nicht bereit ist, sich von diesen freizumachen- sorry, aber derjenige kann direkt zuhause bleiben. Je weiter entfernt die Kultur eines Landes von der eigenen ist, desto wichtiger (und schwieriger) wird dieser Punkt. Es ist also super wichtig, sich und sein Herz immer wieder zu öffnen: Für neue Erfahrungen, Menschen, Sitten und die allgemeine Andersartigkeit eines Landes.

 

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Tiefe und Achtsamkeit sind Werte, die wir nicht nur beim Reisen umsetzen können- achtsam zu sein ist eine Lebenseinstellung.

Mit den Menschen reden

Die Essenz eines Landes drückt sich zum größten Teil durch seine Menschen aus. Daher ist eine der größten Freuden des Reisens das Kennenlernen der Menschen, die in deinem Reiseland zuhause sind. Den Einheimischen offen und herzlich gegenüber zu treten, so wie sie es in den meisten Fällen auch tun, macht also einen sehr großen Teil des tiefen und achtsamen Reisens aus. Hierzu empfiehlt es sich, einige Redewendungen in der jeweiligen Sprache zu lernen, in erster Linie, nicht unbedingt um zu kommunizieren, sondern um seine Bereitwilligkeit zu zeigen, in die jeweilige Kultur einzutauchen. Selbst wenn man dann sprachlich nicht auf einen Nenner kommt, kann man sich auch mit Händen und Füßen verständigen- und erlebt auch so oft eine tiefe Verbindung zum Gegenüber.

 

Respekt für Land und Leute

Tief und achtsam zu reisen bedeutet vor Allem auch, sich den Einheimischen und dem Land selbst gegenüber respektvoll zu verhalten. Genau so, wie wir wollen, dass man uns und unsere Sitten achtet und respektiert, so möchte das jeder andere auf dieser Welt auch. Hier gilt es also, die Sitten des jeweiligen Landes zu achten und den Einheimischen gegenüber freundlich und fürsorglich entgegenzutreten. Sich beispielsweise in einem fremden Land öffentlich zu betrinken und zum Affen zu machen, sich in einem muslimischen Land in knappem Kleidchen einzukleiden oder unbedacht in einer ärmlichen Gegend irgendwelche Menschen zu fotografieren, nur weil sie „interessant“ aussehen, gehören zu den Dingen, die weder Tiefe noch Achtsamkeit ausdrücken.

 

Erleben mit allen Sinnen

Beim Reisen- und auch im Leben allgemein- bedeutet Achtsamkeit wirklich im Moment zu leben und die Eindrücke, die man erhält, mit allen Sinnen zu erleben und zu genießen. Die schönsten Momente sind oft die, die wir gar nicht erwarten, daher halte immer die Augen offen nach schönen und spannenden Eindrücken, in dem du im Hier und Jetzt lebst.

 

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Beim Reisen und auch im Leben bedeutet Achtsamkeit wirklich im Moment zu leben und die Eindrücke, die man erhält, mit allen Sinnen zu erleben und zu genießen.

Extra-Tipp: Auch wenn ich schon seit meiner Jugend unheimlich gern fotografiere und nun auch beruflich und mit Liebe filme, habe ich gelernt, dass es sich beim Reisen wirklich lohnt, die Kamera auch mal in der Unterkunft zu lassen und ohne Kamera loszuziehen. Am Liebsten mache ich erstmal eine Erkundungstour ohne Kamera, um alles mal mit eigenen Augen zu sehen und zu genießen und ziehe beim 2. Mal dann mit Kamera los und schaue bewusst nach geeigneten Fotomotiven. Vom Gedanken, dass du „das ja hättest fotografieren müssen“ kannst du dich getrost lösen- denn was zählt, ist nicht die Erinnerung in Form eines Fotos, sondern der Moment selbst und die Erinnerung im eigenen Geist.

 

Leben wie ein Einheimischer

„Live like a local“ ist ein Tipp, den ich seit Jahren selber nutze und ich würde nicht mehr anders reisen wollen. So zu leben wie ein Einheimischer bedeutet nicht nur, dass du dich den Locals anpasst, indem du dir beispielsweise statt eines 5-Sterne Hotels eine Wohnung über Airbnb suchst, die lokale Küche probierst und in deiner Unterkunft nachkochst oder längere Zeit an einem Ort bleibst, sondern auch, dass du deinen gewohnten Tätigkeiten weiterhin nachgehst. Beispielsweise mache ich beim Reisen Yoga wie Zuhause, meditiere täglich, frühstücke ausgiebig und koche mir abends was. Lässt du dich auf deiner Reise (je nach Dauer der Reise) nur gehen, kommst du vermutlich unausgeglichener und weniger erholt zurück, als du bei deiner Abreise warst. Zu leben wie ein Local, ermöglicht dir außerdem, das Land in seiner ganzen Authentizität zu erleben und wirklich in die Kultur einzutauchen.

 

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Achtsamkeit durch Meditation: Vor Allem beim Reisen eine wunderbare Art, sich immer wieder zu erden und sich mit sich selbst zu verbinden.

Sich weiterbilden

Meiner Meinung nach bietet das Reisen die beste Bildung. Man lernt nicht nur durch die Menschen unheimlich viel, sondern auch durch das Reisen selbst. Tief und achtsam reisen heißt allerdings meiner Meinung nach auch, dass man sich mit dem Land, in das man reist, auseinandersetzt und sich beispielsweise zu Geschichte, Politik und wirtschaftlicher Lage informiert und auf diese Weise versucht, das Land und seine Menschen besser zu verstehen. Hier lohnt es sich Bücher zum Thema zu lesen, Artikel über Google zu finden oder sich Filme aus dem jeweiligen Land anzuschauen.

 

Langsam reisen

Nicht immer möglich, da den meisten Menschen oft nur ein oder 2 Wochen zur Verfügung stehen, jedoch ist das langsame Reisen einer der besten Wege, um Tiefe und Achtsamkeit in die Reise zu integrieren. Aber auch auf kurzen Reisen, lassen sich die obigen Punkte umsetzen. Ich persönlich bleibe sehr gern für längere Zeit an einem Ort und mache, anstatt von Ort zu Ort zu tingeln, lieber kleine Road Trips in umliegende Orte. Wenn ich nicht viel Zeit habe, bleibe ich lieber an einem Ort. Viel herumzureisen, ist zumindest nicht mehr mein Ding, da man sich nie wirklich einleben kann und vor Allem nicht runterkommen kann.

 

Sich mit der Natur verbinden

Vor Allem, wenn wir einen sonst sehr stressigen Alltag haben, kann ein Abstecher in die Natur wahre Wunder bewirken. Nachts in den Bergen die funkelnden Sterne am Himmel beobachten, sich beim surfen, wandern, rudern oder kayaken austoben, die Sonne betrachten, die über dem Horizont untergeht, die sanften Geräusche des Windes in den Bäumen lauschen.. Auch Naturspektakel, wie die Polarlichter in Norwegen können einen in pures Staunen versetzen. All das kann uns in eine ganz andere Welt hineinversetzen, weit weg von der digitalen Welt. Wir werden geerdet und kehren zurück zu unserem wahren Ich- definitiv ein Aspekt des tiefen und achtsamen Reisens.

 

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Es ist erstaunlich, wie sehr die Natur einen immer wieder erden kann mit seiner unglaublichen Magie.

 

Nachhaltig reisen

Ein sehr wichtiger Punkt, der aus dem tiefen und achtsamen Reisen hervorgeht: Nachhaltigkeit. Bedenke, dass egal wo du hinkommst, du deinen persönlichen Fußabdruck hinterlässt- wie möchtest du also einen Ort hinterlassen? Insbesondere in Ländern mit ärmlicheren Verhältnissen, aber auch sonst, bedeutet das: Keinen Müll rumliegen lassen, möglichst wenig Müll produzieren (demnach beim Einkauf in Plastik verpackte Ware meiden, genauso wie Plastiktüten- es ist sowieso immer gut, einen Beutel beim Reisen mit sich zu tragen!) und sparsam umgehen mit Strom und Wasser. Gerade in ärmeren Regionen, in denen die Lebensunterhaltungskosten sowieso gering sind, sollte man außerdem nicht versuchen, an jeder Ecke zu sparen und jeden Cent 3 Mal umzudrehen: Vielen dieser Menschen sind unsere paar Cents wesentlich mehr wert, als sie es uns sind. Wenn möglich, kaufe ich beispielsweise auch lieber in kleinen Läden ein, anstatt in den großen Supermarkt zu gehen- so unterstütze ich die lokalen Händler statt der großen Konzerne, die wahrscheinlich eh schon in Geld schwimmen.

 

All diese Dinge machen für mich das tiefe und achtsame Reisen aus und ich könnte mir gar nicht mehr vorstellen, auf eine andere Art und Weise zu reisen. Wenn du Fragen hast zum Thema oder dich gern austauschen möchtest, kannst du mir gern jederzeit einen Kommentar hinterlassen oder mich anschreiben unter denise@travelousmind.com. Ich würde mich riesig freuen!

 

Hast du weitere Tipps zum tiefen und achtsamen reisen? Wie reist du am Liebsten und welche Werte hast du beim Reisen?

 

 

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