19 Mrz, 2017

Von Innen heraus glücklich: Die Kraft der Selbstreflexion

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19 Mrz, 2017

Heute möchte ich mich gern einem Thema widmen, mit dem ich mich über die letzten Jahre und ganz besonders in den letzten Monaten sehr, sehr viel auseinandergesetzt habe. Dem Thema der Selbstreflexion.

 

Von Innen heraus glücklich: Die Kraft der Selbstreflexion

Ein Phänomen, das jeder kennt oder zumindest schon mal erlebt hat: Wir sind auf unerklärliche Weise unglücklich, vielleicht nicht todunglücklich, aber zumindest einfach nicht wirklich happy. Wir wechseln den Ort, den Job, die Frisur, kaufen uns das neue Smartphone, essen die Tafel Schokolade.. und auch wenn diese Dinge für eine bestimmte Zeit Glücksgefühle in uns auslösen- sobald diese „Glücksgefühle“ nachlassen, rasseln wir wieder zurück in den üblichen Status des Unglücklichseins oder des „Es ist ja irgendwie alles ganz ok.“ Das Problem an der ganzen Sache?

Wir suchen unser Glück ständig und immer wieder im Außen, anstatt in uns selbst.

Ich kann auf jeden Fall ein Liedchen davon singen. In der Vergangenheit habe ich das Glück immer und immer wieder im Außen gesucht, ohne es wirklich zu realisieren. Denn es ist eine innere Stimme in uns, die ständig meint, dass wir irgend etwas brauchen, um glücklich zu sein. Etwas von außen- denn wie einfach wäre es, wenn wir unser Glück einfach erkaufen oder durch etwas einfaches wie einen Orts-, Partner- oder Jobwechsel herbeiführen könnten? So einfach ist es nur leider nicht. 😉

„Es ist schwer das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
– Nicolas Chamfort, französischer Schriftsteller

Ich erinnere mich sehr gut an meine erste Langzeitreise. Ich kam wieder nach Hause und hatte sofort wieder den starken Drang abzuhauen- ein Gefühl, das du bestimmt auch kennst, wenn du schonmal für eine längere Zeit verreist bist, denn viele verfallen nach ihrer ersten Langzeitreise in eine Art „After-Travel-Blues“. Tatsächlich bin ich dann auch etwa einen Monat später wieder zurück nach Portugal gereist, um dort ein paar Wochen zu verbringen- doch, wie zu erwarten, war die Magie weg. Ich bemerkte das erste Mal, dass ein Ort und das Reisen selbst mich gar nicht glücklich machen konnte, ich musste mich erstmal um mich selbst, um mein Inneres kümmern, um zu meinem Glück zu gelangen.

 

Was bedeutet Selbstreflexion?

Wie finden wir also das Glück im Innen? Und wie vermeiden wir diese ständige Suche nach dem Glück im Außen? Ein großer, erster Schritt ist die Selbstreflexion.

Doch was bedeutet Selbstreflexion eigentlich? Sich selbst zu reflektieren bedeutet hauptsächlich, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sich mal hinzusetzen und das eigene Leben und Verhalten unter die Lupe zu nehmen und zu erkennen, welche Gedankenmuster und Glaubenssätze in uns stecken, indem wir uns die richtigen Fragen und das eigene Leben auf den Prüfstand stellen und hierdurch die Chance für eine Veränderung eröffnen. Das ist definitiv nicht einfach, denn wir beschäftigen uns meist lieber mit allem anderen, bevor wir uns mit uns selbst beschäftigen, doch es ist das A und O, um uns selbst zu verstehen und lieben zu lernen.

Die Kraft der Selbstreflexion: Tools & Tipps

Hier möchte ich gern einige Tools und Tipps mit dir teilen, die dir helfen können, die Selbstreflexion anzugehen und dich selbst besser kennen zu lernen.

 

Gehe auf eine Expedition

Betrachte dich selbst mal als dein eigenes Forschungsprojekt. Beame dich aus deinem Körper heraus und betrachte dich einfach mal von außen. Erforsche dich selbst, deine Gedanken und Gefühle so, als wäre es das Spannendste auf der Welt! Denn spannend ist dieser Prozess allemal!

„Je mehr man also nach innen gehen kann, je introspektiver und selbstreflexiver man wird, desto mehr vermag man sich vom Ich zu lösen und über dessen begrenzten Horizont zu erheben und desto weniger narzistißtisch und egozentrisch- desto dezentrierter- wird man.“
– Ken Wilber, “Eros, Kosmos, Logos”

 

Schreibe, was das Zeug hält

Schreibe! Schreibe viel und lasse dabei deinen Gedanken einfach freien Lauf. Es ist erstaunlich, welche Dinge man über sich selbst aufdecken kann, wenn man sie einfach mal zu Papier bringt und schwarz auf weiß vor sich sieht. Das Schreiben nutze ich schon seit ich denken kann, um meine Gedanken zu ordnen und es wirkt jedes Mal Wunder! (Es ist außerdem unheimlich schön, Tagebücher von vor 15 Jahren wiederzufinden und darin zu stöbern!)

Mein Tipp: Lege dir ein sogenanntes “5-Minutentagebuch” zu und gewöhne dir an, jeden Tag darin zu notieren, was dir auf dem Herzen liegt. Ich notiere beispielsweise jeden Morgen, mit welcher Intention ich durch meinen Tag gehen möchte, für welche 3 Dinge ich dankbar bin, notiere 3 Dinge, die meinen Tag wundervoll machen würden und am Abend schreibe ich auf, welche 3 Momente an jenem Tag die schönsten waren und was ich von dem Tag für mich mitnehme- eine Routine der Achtsam- und Dankbarkeit, die mein Leben wirklich verändert hat und die ich absolut jedem empfehlen kann.

 

Horche in dich hinein

Noch ein wahnsinnig wertvolles Tool der Selbstreflexion und um sich selbst besser kennenzulernen: Die Meditation. Am Anfang zwar nicht immer einfach, doch mit der Zeit wirst du erkennen, wo deine Gedanken ständig hinwandern und demnach wo deine Energie so hin fließt. Auch ist es wichtig zu beobachten, wo unsere Gedanken im Laufe des Tages so hinwandern, um zu erkennen, was unser Unterbewusstsein den ganzen Tag lang so macht, denn allzu oft erzählen wir uns selbst im Laufe des Tages unglaublich viel Quatsch, vor Allem über uns selbst. Eine gute Einführung in das Thema Meditation findest du hier auf dem Blog von Conni Biesalski.

 

Stelle dir die richtigen Fragen

Zur Selbstreflexion gehört auch, sich selbst die Fragen zu stellen, die das Meiste über die eigene Person, die eigenen Wünsche, Werte und Ziele aufdecken. Hier habe ich einige Fragen aufgelistet, die dir helfen können, dich selbst besser kennenzulernen und die du dir immer mal wieder stellen kannst:

  • Was genau macht mich glücklich/ unglücklich? Wo fehlt es mir an etwas? Welche meiner Bedürfnisse (sozial, gesundheitlich, beruflich…) werden (nicht) gedeckt?
  • Woran halte ich fest, wovon ich glaube, dass es mich glücklich macht? Welche Gefühle möchte ich durch Essen, Alkohol, oder Ähnliches kompensieren?
  • Was möchte ich eigentlich in meinem Leben? Wo möchte ich hin? Wie möchte ich leben? Was sind meine Ziele? Wie sähe mein perfekter Tag aus und was kann ich tun, um meine Ziele zu erreichen?
  • Was ist mir in meinen Beziehungen eigentlich wichtig? Was sollen meine Beziehungen mir geben und was kann ich alles geben?
  • Was sind eigentlich meine Werte, nach denen ich leben möchte?

 

Dies sind nur einige der vielen Fragen, die wir beantworten können, um mehr über uns selbst aufzudecken. Zu den jeweiligen Themen kann man natürlich jederzeit weiter forschen, vor Allem, wenn wir merken, dass es in bestimmten Lebensbereichen hakt. Als mir beispielsweise klar wurde, dass ich kein normales 9-to-5 Leben wollte und ich eine klare Vorstellung darüber hatte, wie mein perfekter Tag ausschaut, habe ich alles zum Thema „Digitales Nomadentum“ verschlungen, was ich finden konnte, um diesem Lebensweg nachzugehen.

 

Sprich dich aus

Ein letzter, sehr wichtiger Hinweis zum Thema Selbstreflexion: Traue dich, mit anderen Menschen über dich selbst und über deine Probleme zu sprechen. Ob es nun ein guter Freund, die Familie, oder ggf. auch ein Therapeut oder Life Coach ist: Feedback zu bekommen, ob von jemandem in einer ähnlichen Situation oder nicht, ist sehr hilfreich, um sich selbst und die Situation auch nochmal aus anderen Augen zu betrachten. Es tut außerdem unheimlich gut, diese Themen nicht komplett allein durchkauen zu müssen, sondern sich über sie austauschen zu können.

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Ständig in jedem Moment glücklich zu sein ist mit Sicherheit eine Wunschvorstellung, doch wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen und an unserem Mindset arbeiten, kommen wir uns selbst und unserem persönlichen Glück ein ganzes Stück näher.

Auch heute noch, muss ich mir immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass äußere Instanzen mich nicht dauerhaft glücklich machen können- das habe ich auch nun, wo ich als digitale Nomadin von unterwegs arbeiten und reisen kann, erneut bemerkt, denn selbst der schönste Lifestyle lässt die inneren Probleme nicht verschwinden.

Ich sage nicht, dass man auf alles verzichten soll, was Spaß macht und dass man seinen Träumen nicht nachgehen sollte, auf gar keinen Fall, aber lediglich, dass man sich von all diesen Dingen einfach kein langfristiges Glück versprechen kann und man immer bei sich selbst anfangen sollte, bevor man sich auf die große Suche nach dem Glück begibt. Selbstreflexion ist außerdem nicht alles, was nötig ist, um von Innen heraus glücklich zu sein, wir müssen auch weitere Schritte einleiten, um wirklich Veränderung hervorzurufen in unserem Leben, aber es ist ein erster Schritt in eine gute Richtung- nämlich um uns selbst kennen zu lernen.

Zum Thema empfehle ich das Buch „Heirate dich selbst“ von Veit Lindau, sowie den Podcast „Happy, Holy & Confident” von Laura Seiler. In einem späteren Post werde ich außerdem auf weitere Weisen eingehen, wie man das Glück im Innen finden kann, also bleibt dran. 😉

 

Hast du weitere Tipps und Tools zur Selbstreflexion? Kennst du das Phänomen der Suche des Glücks im Außen?

 

 

 

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